Unter Agenten

Ein nervenaufreibender und schweisstreibender Thriller

Nein, zu dunkel.
Nein, zu dunkel.

Agent 001 finden wir über Kontakte in der Schweizer Botschaft. 001 hilft uns bei unserer konspirativen Angelegenheit – der Suche nach Wohnraum in Accra. Unsere Bedingungen: Eine Wohnung (kein Haus!) 500 bis 1000 Franken Miete im Monat, 1-2 Schlafräume, möbliert, Klimaanlage und gute ÖV-Anbindung. Mit 001 schauen wir vier Wohnungen an, keine überzeugt uns absolut. Nach wenigen Tagen gehen ihm die Ideen aus.

Unterdessen haben wir jedoch weitere Agenten aufgespürt.

Nein, kein Haus.
Nein, kein Haus.

Agent 002 tarnt sich als Fensterbauer an der Strasse nach Madina und zeigt uns eine «Wohnung», die noch ziemlich aufgemöbelt werden müsste. Agentin 003 ist Britin und arbeitet eng mit Agent 004 zusammen – offensichtlich nicht nur geschäftlich. Sie zeigt uns dieselbe Wohnung, zu der uns später auch noch Agent 005 führen wird.

Äh... nein.
Äh... nein.

Die Zusammenarbeit mit den Agenten läuft immer gleich ab. Jederzeit kann ein Anruf kommen – eine passende Wohnung habe sich gefunden. Es folgen elementare Rückfragen. Ist es ein Haus und würde die Anstellung von Personal erfordern, wie es uns Agentin 006 zeigt? Oder hat man die Wohnung schon besichtigt, wie jene ohne Küche, die 001 und 003 im Angebot haben? Oder ist sie schlicht im falschen Quartier?

Ja, aber ohne Teppich.
Ja, aber ohne Teppich.

Sind alle Fragen geklärt, trifft man sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort. Oft trifft man sich eine halbe Stunde später, weil der Agent noch unterwegs ist. Ist man selber spät dran, ruft der Agent bestimmt nach fünf Minuten an, wo man bleibe. Auch wenn er gar noch nicht da ist. Und manchmal kommt der Agent gar nicht. Zudem läuft keine Besichtigung ohne Unteragent ab, der das Quartier kennt. Praktisch ist es so nicht möglich, mehr als zwei Wohnungen am Tag anzuschauen. Accra ist weitläufig und der Verkehr stockt oft, man sieht also einiges von der Stadt.

Küche im Bau.

Nach zwei Wochen Suche bleiben wenig Nerven und zwei mögliche Wohnungen, davon eine ohne Küche. Die komme am Freitag, verspricht der Vermieter. Wir sind einverstanden und ziehen am Samstag ein. Die Küche ist gerade im Bau. Der Vermieter gibt sich kulant – so lange die Küche nicht fertig ist, kocht sein Dienstmädchen für uns. Heute soll die Küche fertig sein. Ich tippe auf Freitag.

PS. Begeistert ruft Agent 007 an. Er habe soeben ein fantastisches Haus für uns gefunden.

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