Elektroschrott auch aus Deutschland

Wie weiter mit dem Problem E-Waste in Ghana?

Boardmaster TimothyTimothy nennt sich «Boardmaster». In kurzer Zeit hat es der Nigerianer geschafft, auf dem Schrottplatz von Agbobloshie ein Geschäft mit gebrauchten Platinen (Leiterplatten) von Computern und DVD-Playern aufzuziehen. Er kauft sein Material von den Jungs, welche die defekten Geräte in ihre Einzelteile zerlegen. Dann verkauft er es den «white men», in diesem Fall Chinesen. Die verschiffen die Platinen nach China, wo man sie maschinell recycelt. So können mehr der wertvollen Metalle zurückgewonnen werden.

Timothy ist die Person, welche meinem Beitrag über Elektroschrott in Ghana (nun auch im Deutschlandfunk) am Schluss den Dreh Richtung Zukunft gab. Richtung Initiative aus der Privatwirtschaft – weil ich nicht glaube, dass sich der Staat demnächst ernsthaft des Problemes annimmt. Zwar gibt es einen Entwurf (von europäischen Organisationen) zu einer zukünftigen Strategie. Aber darin werden einfach alle Probleme aufgezählt, es fehlt der Fokus auf ein bestimmtes Problem und dessen Lösung. Und sowieso: Zunächst stehen nun in einem Jahr die Wahlen an, dann kann man mit  Entwicklungsorganisationen wieder über konkrete Lösungen (und deren Finanzierung!) nachdenken.

Die Agbogbloshie-Girls kümmert das übrigens wenig. Sie hängen auf dem Schrottplatz rum und verkaufen ihren Cousins Wasser im Plastiksack.

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