Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte – Teil 1

Das Ledersofa im Hochkommissariat

relativ sinnloses symbolbild

Im April dieses Jahres waren in Nigeria Wahlen. Ich wollte darüber berichten. Am 10. März fand ich mich deshalb auf dem Nigerianischen Hochkommissariat in Accra/Ghana ein. Visa darf man dort Montags, Dienstags und Donnerstags von 10 bis 14 Uhr beantragen. Abholen kann man das Visum Mittwochs und Freitags von 14.30 bis 15 Uhr.

Könnte man.

Ich hatte schon gehört, dass es nicht ganz einfach sei, nach Nigeria zu kommen. Dass sich die Nigerianer bei Anträgen manchmal sträuben oder ganz viel Zeit lassen würden. Ich hatte auch schon gelesen, dass es problemlos geklappt habe. Ich hoffte auf Zweiteres.

Doch ich wurde enttäuscht.

Zwar wurde mein Antrag von einem zackigen Herrn im Anzug in sein Büro mitgenommen und untersucht. Und das, obwohl mir noch ein Einladungsschreiben fehlte. Ich war also optimistisch und schlotterte etwas auf dem schwarzen Ledersofa der unterkühlten Lobby.

Dann kam der Herr zurück und wollte wissen, wo ich denn wohne? «Unweit von hier», ich war mit dem Fahrrad da. Ob ich eine Aufenthaltsbewilligung habe? «Brauche ich nicht, ich hab ja mein Visum und eine Akkreditierung vom Informationsministerium.» Doch weit gefehlt. Ohne Aufenthaltsbewilligung in Ghana würde ich hier kein Visum für Nigeria erhalten, wurde mir beschieden. Ich müsse das in meiner Heimat tun. Das leuchtete mir schon ein, trotzdem versuchte ich dem Herrn meine missliche Lage zu erklären, dass ich eben als freier Journalist hier sei, gar nicht plane, in nächster Zeit in die Schweiz zurückzufliegen. Schon gar nicht wegen eines Visums.

Der Herr liess sich nicht bekehren, sagte zackig «No!» und ging wieder zurück in sein Büro, während ich noch leicht irritiert im Ledersofa klebte. Das ghanaische Immigrations-Amt hatte ich auch schon besucht, die würden mir nicht so einfach (und schnell) eine Bewilligung erteilen. Was nun?

Das, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, erfahren Sie im zweiten Teil unserer Serie «Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte». Bleiben sie dran!

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