Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte – Teil 3

Viele Wege führen zum Amt

Was bisher geschah: Der Autor möchte nach Nigeria. Doch dafür fehlt ihm eine Aufenthaltsbewilligung für Ghana. Die Schweizer Botschaft möchte helfen.

Das teure Telefon klingelte. Die Dame von der Schweizer Botschaft in Nigeria fasste sich kurz. Leider sei es nicht möglich, in meinem Falle etwas zu tun. Schliesslich müssen Nigerianer ihr Visum für die Schweiz auch zu Hause beantragen. Ein Visum für Nigeria erhalte ich also nur in der Schweiz. Ich war von patriotischen Gefühlen erfüllt. Schweizer Botschaftsangestellte in Nigeria und Ghana telefonierten zusammen, nur wegen mir!

Wie sollte es weitergehen?

Ich änderte die Taktik. Mein Ziel war, in Ghana eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Ich würde zwar die Wahlen im April in Nigeria verpassen. Doch zumindest wäre ich meine Sorgen betreffen wiederkehrender Visumsverlängerung in Ghana los

Für den Weg zum ghanaischen Immigrations-Amt brauche ich im Durchschnitt 41 Minuten und 23 Sekunden. Mit Minibus 54 Minuten und 56 Sekunden, mit Taxi 35 Minuten und 10 Sekunden.

Der Rückweg dauert auch. Das merkte ich zum ersten Mal, als ich gleich nochmals nach Hause musste, um eine Bestätigung der Redaktion in der Schweiz zu holen, die mich als «Regelmässigen Mitarbeiter» beschreibt, der in seiner Arbeit mit Wohlwollen bedacht werden solle. Von dieser Bestätigung habe ich noch einen Stapel zu Hause – farbkopiert.

Zurück am Schalter 5 stellte die Dame in der grünen Uniform fest, dass die Bestätigung ja gar nicht ans Immigrations-Amt adressiert sei.

Ich ging nach Hause.

Immerhin fiel mir ein, dass mir nette Frau A. im Informationsministerium einst gesagt hatte, sie könne mir auch einen Brief für eine Aufenthaltsbewilligung ausstellen. Also bequemte ich mich ins Informationsministerium (Minibus: 1h 3min / Taxi: 42 min). Die überaus hilfsbereite Frau A. hatte mir zuvor telefonisch versichert, dass ich die Anfrage betreffend Aufenthaltsbewilligung gleich mitnehmen könne. Wenn Frau A. nämlich nicht im Büro ist, klappt nichts.

Stolz trabte ich beim Immigrations-Amt mit meiner Bestätigung vor. Der Herr in grün öffnete meinen Brief, überflog meinen Antrag für die Aufenthaltsbewilligung und fragte dann: «Haben Sie denn schon eine Arbeitserlaubnis?»

«Brauche ich die denn?»

«Aber ja doch!»

Reist unser Held nach Nigeria? Und wo ist Schalter 6 für die Arbeitserlaubnis? Bleiben Sie dran bei «Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte»!

Bisher erschienen: Teil 1, Teil .

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