Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte – Teil 6

Die Firma «self-employed»

Was bisher geschah: unser Held will jetzt die Arbeitserlaubnis in Ghana, um ein Visum für Nigeria zu kriegen. Doch hat er jetzt alle Dokumente beisammen?

Beim Immigrationsdienst fülle ich mein Formular für die Arbeitserlaubnis fertig aus. Dann stehe ich am Schalter und überreiche dem Mann in grün lächelnd mein Bündel an Papieren‚ es ist geschätzte 25 cm dick. Alle verlangten Dokumente.

Zuerst öffnet der Mann den Brief des Informationsministeriums. Dann widmet er sich den anderen Dokumenten und blättert alles durch. Dann fragt er, wo denn der Brief des Informationsministeriums sei.

«In ihrer rechten Hand.»

Tatsächlich sind alle nötigen Dokumente vorhanden. Beim Studieren des ausgefüllten Antrags für die Arbeitserlaubnis fragt der Mann nach, welche Firma mich denn anstelle. Ich arbeite für mich selber. Aha. Deshalb habe ich ja auch eingetragen bei «Arbeitgeber» – «self employed». Das gehe nicht, findet der Mann in grün.

Ich rauche.

Sein Vorgesetzter sitzt im Büro einen Stock höher. Er empfängt mich, nachdem er fertig gegessen hat. Mein Problem versteht er durchaus – ich habe alle nötigen Dokumente, doch kann nicht selbständig tätig sein?

Das sei kein Problem, findet der Vorgesetzte. Das Formular müsse einfach vom Informationsministerium ausgefüllt werden. Hilfsbereit entfernt er schon mal mit Tipp-Ex mein «self-employed» aus dem Formular. Schliesslich heisse meine Firma ja nicht so, haha. Immerhin ist Frau A. vom Informationsministerium ja eine alte Bekannte.

Der übliche Kontrollanruf am Morgen (ev. findet gerade ein Büroausflug statt) stimmt mich zuversichtlich, Frau A. sagt, ich könne sofort vorbeikommen. Als sie mich empfängt, ist bereits ein Brief in Arbeit für mich bzw. die Menschen in grün. Frau A. sieht sich das Formular an, will es aber partout nicht ausfüllen. «Wir sind ja nicht ihr Arbeitgeber.»

Eigentlich nicht.

Doch das sei kein Problem, fährt Frau A. fort, diesen Fall habe es auch schon gegeben. Leider funktioniert in der Folge der Drucker im Informationsministerium nicht. Am Nachmittag geht er dann wieder und ich halte alsbald den Brief betreffend Arbeitsbewilligung in die Hand.

Ich gebe dem Pferd die Sporen, auf zur Immigrationsbehörde!

Hat unser Held nun wirklich alles beisammen? Kriegt er die Arbeitserlaubnis und schliesslich das Visum für Nigeria? Bald folgt Teil 7 von «Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte»!

Bisher erschienen: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5.

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4 Antworten auf Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte – Teil 6

  1. Tom sagt:

    Bald folgt Teil 7 ? Das ist ein afrikanisches bald ;-)

  2. Pingback: Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte – Teil 5 | Samuel Burri

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