Kalaschnikows und Sauerkraut

Ein Wirt erzählt von seinen Erlebnissen während der ivorischen Krise.

Walter Hagemann und Uli Stielike (Bild: Stefan Meisel)
Walter Hagemann (rechts)
(mitte) (links) und Uli Stielike (Bild: Stefan Meisel)

Der Deutsche Walter Hagemann führt in Abidjan ein Restaurant. Seit 30 Jahren lebt er in der Elfenbeinküste. Auch während der Kämpfe im April blieb Hagemann in der Metropole, in seiner Wohnung. Unterdessen besuchten Truppen des ehemaligen Präsidenten Gbagbo seine Wirtschaft und liessen es sich gutgehen.

Was zurückblieb, zeigte mir Hagemann auf Bildern. Er erzählte von seinen Erlebnissen während der Unruhen im Frühling 2011. Und ob er an eine Versöhnung glaubt. Ich habe Hagemann in seiner bayrischen Wirtschaft in Abidjan getroffen.

Dieser Beitrag lief am 11. Juli 2011 in einer kürzeren Version auf DRS 4 News. Rückblickend fällt mir auf, dass ich ihn wohl noch etwas sauberer hätte schneiden dürfen – ein Opfer des Zeitdrucks. Aber ein Detail.

La couleur de mon livre est rose

Wie ich ins Lehrmittelbusiness eingestiegen bin.

Ich bin mir noch immer nicht sicher, ob ich mein Geld auch wirklich zurückerhalten werde. Investiert habe ich in Noël, Ivorer in Ghana, der ein Französischlehrbuch herausgeben will. Mit CD.

Noël habe ich im März kennengelernt, an der Grenze zur Elfenbeinküste. Wie viele Ivorer kam er damals nach Ghana – allerdings nicht auf der Flucht, sondern, um in Accra Schuhe zu kaufen und nach Abidjan zu importieren. Sein bisheriges Hauptbusiness, Matrosen der grossen Frachter in der Stadt herumzuführen, war eingebrochen.

In Accra traf ich Noël eine Woche später wieder, er war niedergeschlagen. Jemand hatte ihm sein ganzes Geld gestohlen – über 1000 Franken. Er fragte mich nicht um Hilfe, übernachtete an der Bushaltestelle, wollte arbeiten und nicht mehr zurück in die Elfenbeinküste. „La couleur de mon livre est rose“ weiterlesen

Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte – Teil 6

Die Firma «self-employed»

Was bisher geschah: unser Held will jetzt die Arbeitserlaubnis in Ghana, um ein Visum für Nigeria zu kriegen. Doch hat er jetzt alle Dokumente beisammen?

Beim Immigrationsdienst fülle ich mein Formular für die Arbeitserlaubnis fertig aus. Dann stehe ich am Schalter und überreiche dem Mann in grün lächelnd mein Bündel an Papieren‚ es ist geschätzte 25 cm dick. Alle verlangten Dokumente.

Zuerst öffnet der Mann den Brief des Informationsministeriums. Dann widmet er sich den anderen Dokumenten und blättert alles durch. Dann fragt er, wo denn der Brief des Informationsministeriums sei.

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Die Welt ist ein Fischerdorf

Wie zwei Journalisten in Bonyere den gleichen Weg gehen…

Ich war noch nie in Bonyere. Die Fahrt von Accra in dieses Dorf dauert mindestens fünf Stunden. Diesen Weg hat im vergangenen Jahr der NZZ-Afrikakorrespondent unter die Achsen genommen, um über Ghanas kommenden Ölreichtum zu berichten. Vor kurzem folgte ihm offenbar W.D., Journalist in Kapstadt (Handelsblatt, Finanz und Wirtschaft), und traf auf die exakt gleiche Szenerie. Der Vergleich:

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