Monatsarchive: Oktober 2011

Bild zum Sonntag (XXXIII)

Zerstörter ehemaliger Präsidentenpalast und Platz der Nationalhelden.

Bissau, Guinea-Bissau, 6. Oktober 2011.

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Der langsamste Express der Welt

Eine Seefahrt, die ist lästig.

Vielleicht war der alte Portugiese ja ein Omen. Er tauchte urplötzlich beim Hafen auf, um sich zu beschweren, wie verantwortungslos und gefährlich die Schiffahrt sei. Von wegen Ebbe und Verspätung und so. Wir hatten vor, mit dem «Expresso dos Bijagos» von Bissau nach Bubaque zu fahren – vier Stunden Fahrt.

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Flut in Accra

Aufräumen und Leute rumtragen nach stürmischer Nacht.

Unüblich starke Regenfälle haben in der Nacht gegen unser Fenster getrommelt. Heute morgen quaken nicht nur plötzlich Frösche im Garten, sondern offenbar sind Flüsse über die Ufer getreten, Teile der Stadt wurden überschwemmt. Etwa der «Kwame Nkruma-Circle», wichtigster Verkehrsknotenpunkt Accras. Dutzende Autos und Minibusse kommen dort jede Minute an diversen Haltestellen an. Der Circle ist ein riesiger brauner Tümpel, was das Umsteigen schwierig macht.

Viele Leute zeihen einfach die Schuhe aus und krempeln die Hosen hoch. Und wie so oft in Afrika wird die Gelegenheit beim Schopf gepackt, etwas Geld zu verdienen. So bieten sich junge Männer an, für 1 Cedi (55 Rappen) verzweifelte Pendler auf die andere Strassenseite zu tragen (siehe Bild).

Im Quartier Alajo sind am Morgen viele Leute mit Aufräumen beschäftigt. Der Fluss bringt noch immer halbe Palmen, Holzbretter und Plastikkanister mit sich. Am Ufer nutzen viele die Gelegenheit und schmeissen kaputte Schuhe oder Müllsäcke in den Fluss.

Der Müll hat dafür in einer Seitenstrasse in Alajo den Abfluss des Strassengrabens blockiert. Viele Läden wurden überschwemmt. Die Coiffeuse am Strassenrand hat ihren Container ausgeräumt und wischt den Boden. Müll in Strassengräben und illegale Gebäude über Wasserwegen verursachen immer wieder Überschwemmungen.

Fünf Leute seien umgekommen in der Hauptstadt, wird gemeldet. Der Präsident ging auf eine Tour und schaute sich die Flut am Circle höchstpersönlich an. Wie schon letztes Jahr.

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Bild zum Sonntag (XXXII)

Handschuh eines Krevettenschälers nach Feierabend.

Ziguinchor, Senegal, 10. Oktober 2011.

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Johnson & Johnson

Die neue Präsidentin Liberias bleibt wohl die alte.

Bei den Präsidentschaftswahlen in Liberia kam Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf (UP) auf 44 Prozent aller Stimmen. Herausforderer Winston Tubman (CDC) auf 33 Prozent. Damit kommt es zwischen den beiden zu einer Stichwahl.

Noch am Wochenende hatte Winston Tubman laut «Betrug» geschrien, seine Wahlbeobachter zum Rückzug aufgefordert und angekündigt, die Stichwahl zu boykottieren. Die angekündigten Beweise für den Wahlbetrug veröffentlichte seine Partei dann aber doch nicht. Gewisse Politiker in Westafrika geben sich gerne mal als Besitzer von Beweisen aus, die sie aber «noch nicht» veröffentlichen würden. Weiterlesen

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Das Minendorf im Dschungel

Eisenerz-Boom in Westafrika.

Die Nachfrage nach Eisen ist gross, die Eisenpreise sind konstant hoch. Damit wird der kostspielige Abbau von Erz wieder interessant in Gebieten, in denen seit Jahren kein Eisenerz mehr geschürft worden ist. Etwa in Westafrika in den Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Der internationale Stahlkonzern ArcelorMittal hat Ende September (natürlich kurz vor den Wahlen) offiziell die erste Ladung Eisenerz aus Liberia verschifft. Dafür wurde etwa eine Eisenbahnstrecke quer durchs ganze Land wiederaufgebaut. Weiterlesen

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