Ghana: Musterschüler Afrikas

Oder: Was Ghana gut macht.

Wenn ein Kontinent besonders oft für negative Nachrichten sorgt, ist es Afrika. Kriege, Krisen, Katastrophen dominieren das Bild, welches westliche Medien vom «schwarzen Kontinent» zeichnen.

Ordentliches Ghana

Ghana hingegen sorgt immer wieder für gute Nachrichten. Es ist stabil, demokratisch und hat ein hohes Wirtschaftswachstum.

Was also liegt näher, als für den Thementag «Good News» von DRS 2 good news aus Ghana zu erzählen?

Transkript:

Ghana ist friedlich. In den Nachbarstaaten gibt’s Bürgerkriege und Despoten.
Ghana hingegen ist eine Demokratie. Seit den ersten Wahlen vor bald 20 Jahren hat die Macht zweimal gewechselt zwischen den beiden grossen Parteien.
Ghana hat das überstanden. Natürlich gabs böses Blut. Aber das war es dann auch…
Kein Putsch, kein Blutvergiessen, kein Nato-Einsatz.

Ghana ist der Musterschüler Afrikas.

Die Menschen sind hilfsbereit und freundlich.
Wenn sie etwas fragen, sagen sie immer zuerst „Please“.
Wenn man sie etwas fragt, bedanken sie sich am Schluss ihrer Antwort.
Und stolpert man auf der Strasse, dreht sich garantiert jemand um und sagt „Sorry-o“.

Während Jahren blieben gebildete Ghanaer, studierte Ghanaerinnen lieber im Ausland. Heutzutage kehren viele zurück. Junge Leute wollen, dass ihr Heimatland vorwärts kommt. Denn Ghana gilt als stabiles Land – das macht es wirtschaftlich attraktiv. Qualifizierte Fachkräfte ergattern sich einen Job in der Industrie – bevorzugt in der Öl-Industrie.

Überhaupt, das Erdöl! Seit einem Jahr sprudelt es vor der Küste Ghanas. 2011 wird die Wirtschaft des Landes deswegen um rund 15 Prozent wachsen. Das erreicht kein anderes Land der Welt!

Die Politiker haben versprochen, Fehler zu vermeiden, welche andere Länder bei der Ausbeutung des schwarzen Goldes gemacht haben. Und sie sind begeistert über die neuen Möglichkeiten, Geld für Infrastrukturprojekte auszugeben.
Die Verantwortlichen der westlichen Ölfirmen sind ebenfalls glücklich. Und wenn man als Journalist mit einem Verantwortlichen sprechen dürfte, dann würde der sicher nichts erzählen von Korruption, Umweltverschmutzung oder Ungleichverteilung zwischen Arm und Reich.

Andererseits: Was die Bekämpfung der Armut und des Hungers betrifft, ist Ghana auf Kurs. Das Land hat bereits jetzt das für 2015 gesteckte Ziel der UNO, den Hunger zu halbieren, erreicht.

Sind Sie noch immer nicht überzeugt?

– Beim Anbau von Kakao laufen Bestrebungen, Kinderarbeit auszumerzen.
– Die heruntergekommene Eisenbahn soll im nächsten Jahr reaktiviert werden.
– Bald wird auch die Autobahn um Accra fertig sein – nach über 50 Jahren Bauzeit.
UND:
– Welches Land besuchte US-Präsident Obama in Afrika zuerst…?

Eben.

Das Leben in Ghana ist angenehm, ruhig.
Gehen Ghanaer aus, rauchen, trinken und tanzen sie kaum.
Gehen Ghanaerinnen aus? Vor allem sonntags – in die Kirche.

Und das ist vielleicht die schlechte Nachricht aus Ghana:
Musterschüler sind manchmal etwas langweilig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.