Wieso Ghana gewinnt

Egal, wer die Wahl am 7. Dezember für sich entscheidet, ein Sieger steht bereits fest – es ist das Land selbst.


Der Konsum ghanaischer Medien in den letzten Wochen hinterliess gelegentlich einen schalen Nachgeschmack. Da wurden Skandale und Skandälchen herumgeboten. Ein Auszug aus dem Wahlregister etwa zeigte offensichtlich minderjährige, registrierte Wähler. Es kam und kommt laufend zu verbalen Angriffen zwischen Politikern aller Parteien, darunter auch rassistische Ausfälligkeiten. Die Oppositionspartei New Patriotic Party (NPP) beklagte sich über Einschüchterungsversuche gegenüber ihrer Wählerschaft. Mitglieder der Regierungspartei National Democratic Congress (NDC) haben offenbar staatliche Gelder für den Wahlkampf missbraucht.

Die Grenze zwischen NDC und NPP verläuft noch immer primär entlang ethnischer Linien. Beide Parteien haben ihre Hochburgen und scheuen sich besonders dort nicht, im Falle einer Wahl Strassen, Brücken und sogar internationale Flughäfen zu versprechen. Wähler-Umfragen ergeben keinen klaren Favoriten – es wird eng werden. Und je enger das Rennen, desto grösser die Gefahr von Zwischenfällen, die Verlockung, die Wahlen zu manipulieren.

Doch das sind Kleinigkeiten – verglichen mit den positiven Aspekten. „Wieso Ghana gewinnt“ weiterlesen

Ware aus China für Ghanas Wähler

Ghanas Parteien versprechen vor der Wahl, sie wollten das Land vorwärtsbringen. Ihre zahllosen Wahlkampfartikel besorgen sie indes in Asien.

Den Oppositionskandidaten immer im Blick: Frau mit Sonnenbrille der NPP.

Wahltag ist Zahltag. Und Wahlkampf ist Zahlkampf – zumindest in Ghana. Wenn ein Politiker ein Dorf besucht, verspricht er gerne gleich eine neue Strasse. Der spätere Präsident John Atta Mills versprach vor vier Jahren der Stadt Tamale im Norden einen internationalen Flughafen, um die Pilgerreise nach Mekka zu erleichtern. Der Flughafen steht auch dieses Jahr wieder auf dem Wahlprogramm der Regierungspartei National Democratic Congress (NDC). Eine weitere Konstante im ghanaischen Wahlkampf sind die Tausende T-Shirts mit Slogans und Logos. Und die Unmengen von propagandistischer Plastikware. „Ware aus China für Ghanas Wähler“ weiterlesen

Harsche Töne in Ghanas Wahlkampf

Einige Politiker in Ghana versuchen, mit populistischen oder rassistischen Aussagen zu punkten.


Debatte der Präsidentschafts, hier ging alles sehr gesittet zu.

Als ich das erste Mal nach Ghana kam, stellte ich erfreut fest, wie lebendig und offen die Debatte in den Medien ist. In Radios und Zeitungen wird offen über Korruption, Misswirtschaft und andere wunde Punkte diskutiert.

Doch schon bald merkte ich, dass die meisten Medienberichte einfach aus Zitaten von Politikern und anderen wichtigen Leuten bestehen. Die Medien transportieren also Anschuldigungen, meist ohne diese zu überprüfen. Und die Politiker wissen das auszunützen.

Sind die oft harschen Töne eine Gefahr für Ghanas Demokratie?


Dieser Beitrag wurde am 1. Dezember 2012 in der Rubrik «Eine Welt» von Deutschlandfunk gesendet.