Ein Jahr Plastiksackverbot in Kenia – die harten Strafen zeigen Wirkung

Kenia verbietet seit einem Jahr Plastiksäcke. Die positiven Auswirkungen sind sichtbar. Doch das Verbot trifft besonders die Ärmsten.

 

Das Schild am Eingang des kleinen Supermarktes in Nairobi ist deutlich: «Plastiksack verboten!» Die Einkäufe werden in mitgebrachten Taschen oder kostenpflichtigen Mehrweg-Säcken eingepackt. Im Supermarkt funktioniert das Verbot, und die Kunden finden es gut.

Auf der Dandora-Müllhalde in Nairobi stapelt sich noch immer der Müll. Doch Plastiksäcke gebe es weniger, sagen die Müllsammlerinnen.

Die UNO-Umweltagentur UNEP lobt Kenia, die Umsetzung des Verbotes habe hier besonders gut geklappt. Kenia ist eines von vielen afrikanischen Ländern, welche die Benutzung von Plastiksäcken erschweren oder verbieten. Doch in armen Vierteln liegt noch immer Müll am Strassenrand, landet in den Flüssen und verstopft die Kanalisation.

Die Gemüseverkäuferin auf dem Markt packt die Karotten illegalerweise ein – so bleiben sie länger frisch.

Die Sätze haben auch Vorteile: sie eignen sich besonders gut für den Verkauf von Essen und von kleinen Portionen. Alternativen zu den hygienischen und guten Säckli gibt es kaum. Auf dem Markt werden etwa Karotten noch immer gelegentlich im Plastiksäckli verkauft – obwohl drakonische Bussen drohen. Die Verkäuferin nimmt das Risiko in Kauf, dafür bleiben ihre Karotten länger frisch. Doch die Umweltbehörde macht verdeckte Kontrollen, und so hat die Nutzung von Plastiksäcken in Kenia stark abgenommen.

Dieser Beitrag wurde am 27. August 2018 in der Sendung 10vor10 des Schweizer Fernsehens SRF gesendet. Kamera: Tim Mwaura.

Dasselbe Thema habe ich bereits einmal beschrieben.

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