Der Golfkonflikt zerreisst Somalia

Die Emirate und Katar exportieren ihren Streit nach Somalia. Das vergrössert die Gräben im ostafrikanischen Land.

James Bond lässt grüssen: Ein Flugzeug aus Abu Dhabi bringt drei Koffer nach Somalia. Der Botschafter der Emirate will die fraglichen Gepäckstücke nicht scannen lassen am Ausgang des Flughafens – er bringt die Koffer zurück zum Flugzeug. Doch die Somalier ziehen ihre Waffen und konfiszieren die Koffer. Darin finden sie Bargeld im Wert von rund zehn Millionen Franken.

Diese Szene vom April zeigt das zerrüttete Verhältnis zwischen Somalia und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Somalia behauptete, das Geld hätte dazu gedient, den Staat zu unterminieren. Laut den Emiraten hingegen sollten damit die Löhne von somalischen Soldaten bezahlt werden. Welche Version stimmt, ist unklar. „Der Golfkonflikt zerreisst Somalia“ weiterlesen

Burundis ewiger Präsident und die traurigen Journalisten im Exil

Burundi stimmt diesen Donnerstag über ein Verfassungsreferendum ab. Ein Ja würde dem Machthaber Nkurunziza erlauben, weitere 16 Jahre im Amt zu bleiben – bis 2034. Die Medien schauen derweil grösstenteils aus dem Ausland zu

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Nkurunziza mit Frau und den Obamas 2014.

Burundis unabhängigste Radiostation sendet aus dem Nachbarland Rwanda. Jeden Morgen trifft sich Alexandre Niyungeko mit seiner Redaktion in einer Vierzimmerwohnung in der Hauptstadt Kigali. Der Hüne Niyungeko ist der Chef von Radio Inzamba. Das Studio befindet sich in einer Abstellkammer, die mit dunklen Tüchern isoliert ist. Das Wohnzimmer dient als Grossraumbüro für die 20 Journalisten. „Burundis ewiger Präsident und die traurigen Journalisten im Exil“ weiterlesen

Cambridge Analytica in Kenia – oder wie heikel politische PR in Afrika ist

Afrikas Herrscher greifen gerne auf westliche Kommunikationsberater zurück. Deren Tun kann dort aber andere Folgen haben als im Westen.

Die Aussagen bergen Zündstoff: «Wir haben das Parteiprogramm geschrieben, Forschung und Analysen gemacht. Wir schrieben alle Reden und haben die ganze Sache inszeniert.» Geht es nach Mark Turnbull, Geschäftsführer von Cambridge Analytica, hat die Firma quasi im Alleingang eine Partei durch die Wahlen geführt. Zumindest sagte er das vor den versteckten Kameras des britischen Channel 4. Zudem sei die Partei mit neuem Namen und Logo versehen worden.

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Afrika strebt die grösste Freihandelszone der Welt an – ohne Nigeria und Südafrika?

Die Afrikanische Union will freien Handel und Personenverkehr. 44 Staaten unterzeichnen ein Abkommen – die beiden grössten Volkswirtschaften des Kontinents sind aber vorerst nicht dabei.

Ausgerechnet Afrika. Der Kontinent, der berüchtigt für Bürokratie und Korruption ist, soll zur grössten Freihandelszone der Welt werden. „Afrika strebt die grösste Freihandelszone der Welt an – ohne Nigeria und Südafrika?“ weiterlesen

Aus Lieblingsfeinden werden Brüder – der Überraschende Handschlag zwischen Kenyatta und Odinga

Kenias Präsident und der Oppositionsführer wollen eine Versöhnung anstossen. Das würde dem gespaltenen Land guttun. Doch wie der Plan der beiden Politiker aussieht, ist noch unklar.

Plötzlich ist alles anders. Die eben noch erbitterten politischen Gegner nennen sich vor laufenden Kameras gegenseitig «mein Bruder». Kenias Präsident Uhuru Kenyatta und Oppositionsführer Raila Odinga ziehen einen Schlussstrich unter die politische Konfrontation, welche das Land während Monaten in Atem gehalten hat. Nun rätselt ganz Kenia, was hinter dem versöhnlichen Auftritt der politischen Alphatiere steht. „Aus Lieblingsfeinden werden Brüder – der Überraschende Handschlag zwischen Kenyatta und Odinga“ weiterlesen

Kenia macht dem Sack zu – und sagt Plastikabfällen den Kampf an

Für die Händler in Afrika sind Plastiksäcke ein Segen, für die Umwelt hingegen eine Plage. Kenia geht seit kurzem mit hohen Bussen gegen die Verwendung solcher Säcke vor.
 
Urplötzlich juckt die Mangoverkäuferin auf einem Markt in Nairobi von ihrem Hocker auf und sucht das Weite. Ihre süsse Ware – es ist Saison! – lässt die Frau zurück. Auf dem Hocker liegt eine Beige kleiner Säckchen aus Plastik. Sie werden von Beamten der Umweltschutzbehörde beschlagnahmt.
 

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Äthiopien sucht einen starken Mann, der das Land mit sanfter Hand aus der Krise führt

Die Regierungspartei des Vielvölkerstaats am Horn von Afrika sucht einen neuen Staatsführer. Dieser muss eine Balance finden zwischen Öffnung und Repression. Gleichzeitig wird der Ausnahmezustand zementiert.

Das äthiopische Parlament hat den von der Regierung vor zwei Wochen verhängten Ausnahmezustand am Freitag bestätigt. Damit bleibt die Notstandsgesetzgebung zunächst für sechs Monate in Kraft. Immerhin ein Fünftel der Parlamentarier stimmte gegen die Vorlage – eine ungewöhnlich hohe Zahl im regierungstreuen Parlament. Lange Jahre erschien die Regierungspartei Ethiopian People’s Revolutionary Democratic Front (EPRDF) als homogener Block. In den letzten Monaten hat sich das geändert.

Strassenproteste und patrouillierende Sicherheitskräfte im März 2018 (via @BronwynBruton)

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Der Herbst-Heerwurm – Raupenheere fressen Afrikas Äcker leer

Ein Schädling aus Südamerika verbreitet sich auf dem afrikanischen Kontinent verheerend schnell. Nun ­engagiert sich die EU verstärkt im Kampf gegen den Eindringling.

Sein Name ist Programm: Der Heerwurm fällt in Massen über einen Acker her, hinterlässt ein Schlachtfeld und marschiert dann weiter. Die Raupe des Herbst-Heerwurmes wurde erstmals vor zwei Jahren auf dem afrikanischen Kontinent entdeckt – in Nigeria. Ursprünglich vom amerikanischen Kontinent, kommt der Schädling heute praktisch in allen Ländern südlich der Sahara vor.

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