Ware aus China für Ghanas Wähler

Ghanas Parteien versprechen vor der Wahl, sie wollten das Land vorwärtsbringen. Ihre zahllosen Wahlkampfartikel besorgen sie indes in Asien.

Den Oppositionskandidaten immer im Blick: Frau mit Sonnenbrille der NPP.

Wahltag ist Zahltag. Und Wahlkampf ist Zahlkampf – zumindest in Ghana. Wenn ein Politiker ein Dorf besucht, verspricht er gerne gleich eine neue Strasse. Der spätere Präsident John Atta Mills versprach vor vier Jahren der Stadt Tamale im Norden einen internationalen Flughafen, um die Pilgerreise nach Mekka zu erleichtern. Der Flughafen steht auch dieses Jahr wieder auf dem Wahlprogramm der Regierungspartei National Democratic Congress (NDC). Eine weitere Konstante im ghanaischen Wahlkampf sind die Tausende T-Shirts mit Slogans und Logos. Und die Unmengen von propagandistischer Plastikware. „Ware aus China für Ghanas Wähler“ weiterlesen

Aufschrei von Senegals Jungen

In Dakar wird weiterhin gegen Präsident Abdoulaye Wade demonstriert.

Fadel Barro (34) ist Sprecher der Bewegung «Y’en a marre!» (Jetzt reichts!). Er hat die Bewegung vor einem Jahr zusammen mit Freunden aus der Rap-Szene gegründet – als Reaktion auf die häufigen Stromausfälle in der Hauptstadt Dakar. Barro ist Journalist, seit zwei Monaten jedoch nur noch für die Gruppierung tätig.

«Y’en a marre» ergreift keine Partei für einen Präsidentschaftskandidaten. Doch sie will die Wiederwahl von Senegals Präsidenten Abdoulaye Wade verhindern. Vor zehn Tagen hat der Verfassungsrat im Senegal die Kandidatur Wades für eine dritte Amtszeit zugelassen, obwohl die Verfassung nur zwei Amtszeiten vorsieht.

Gemeinsam mit der M23-Bewegung, die vorwiegend aus Oppositionsparteien besteht, ruft «Y’en a marre» zu Demonstrationen auf.

Fadel Barro, Y'en a marre, in Dakar am 3.2.2012

Samuel Burri: Wird im Senegal nun demonstriert bis zu den Wahlen am 26. Februar?

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Fokn Bois: Provokation in Pidgin

Die «Fokn Bois» sind das erste alternative Hiphop-Duo Ghanas. Mit ihrem Musikfilm «Coz ov Moni» wollen sie das wahre Leben zeigen.

Der Festival-Abend in Accra neigt sich dem Ende entgegen. Eine schicke Soul-Sängerin ruft «Merry Christmas» ins Publikum. Da entert ein barfüssiger Rasta mit Rock die Bühne. In seinem Freestyle-Rap schimpft er auf geldgierige Kirchen und rappt für homosexuelle Beziehungen. Heisse Eisen im konservativen Ghana! Dann wünscht auch er frohe Weihnachten und hebt seinen Rock – die Unterhose im Stil einer Santa-Mütze verursacht einen kollektiven Aufschei im Publikum. „Fokn Bois: Provokation in Pidgin“ weiterlesen

Wohnen auf wackligem Grund

Die Behörden sehen Old Fadama als Schandfleck und Sicherheitsrisiko. Sie wollen den Slum in Accra räumen lassen. Die Bewohnerinnen und Bewohner blicken in eine unsichere Zukunft.

Zwei Schafe stossen den Deckel eines Kochtopfs zur Seite und naschen von den aufgesetzten Bohnen. Die Köchin kommt angerannt und vertreibt das Vieh. Sie kocht auf Holzkohle, am Rand einer Lehmstrasse im Slum Old Fadama, in Ghanas Hauptstadt Accra.

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Die Seele an Ringier verkauft

Ringier ist in Afrika angekommen. In Ghana wurde vor kurzem eine erste Website aufgeschaltet. Ein Besuch beim Westafrika-Chef.

Büro von Ringier Ghana

Die Wand hinter dem Empfangstresen erstrahlt im Ringier-Magenta. Eine Empfangsdame ist noch nicht eingestellt, der Chef persönlich empfängt den Besucher: «Welcome to Ringier Ghana!» Rodney Quarcoo (32) hat vor einem halben Jahr begonnen, den Ableger des Schweizer Medienkonzerns in Ghana aufzubauen. «General Manager Westafrika» – seine Visitenkarte weist den Weg für die kommenden Jahre. „Die Seele an Ringier verkauft“ weiterlesen