Schweizer sind die Besten

In Benin bevorzugt man alte Autos aus der Schweiz.

Auf dem Parkplatz AutoDeal in Cotonou stehen Autos, soweit das Auge reicht. 4000 sind es hier. Auf den hölzernen Plattformen sitzen die Händler im Schatten und kriegen etwas frische Luft.

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Benin: Paradies für Piraten?

Piraten vor der Küste Afrikas verortet man normalerweise im Osten, um Somalia. Doch an der Westküste des Kontinents mehren sich Angriffe auf Schiffe. Besonders in Benin – das Land droht zur Piratenhochburg zu werden.

Der Hafen von Cotonou dient vielen Zwecken: Frauen zerteilen und verkaufen frische Fische, auf hoher See von den Fischern in ihren urtümlichen Holzbooten gefangen, die gleich daneben angelegt haben. Moderne Kräne heben Container von Frachtschiffen. Auch die Marine hat ihre Basis hier.

Der Hafen ist Benins Lebensader – mehr als die Hälfte des Staatseinkommens stammt direkt oder indirekt aus Aktivitäten am Hafen. Aus seinem Büro blickt Clément Godonou direkt auf die Containerberge, er leitet den beninischen Zweig der italienischen Reederei Grimaldi. Und Godonou lobt den heimischen Hafen: «Captain, Sie kommen ins Paradies!», sage er den Schiffsführern seiner Reederei jeweils, wenn diese sich nach dem Zustand des Hafens erkundigten.

Doch das Paradies ist in Gefahr – Piraten haben sich breitgemacht. Vor Benins Küste kam es in diesem Jahr bereits zu rund 20 Angriffen. Die Zahl der nicht gemeldeten Piratenzwischenfälle wird auf nochmals so hoch geschätzt. Unterdessen wurden die Gewässer vor Benin als Hochrisikozone deklariert – das lässt die Versicherungsprämien in die Höhe schiessen.

Die Piraten greifen hauptsächlich Öltanker an. Kann sich die Mannschaft nicht rechtzeitig im Maschinenraum verschanzen, wird sie gezwungen, den Tanker in unbekannte Gewässer zu fahren. Dort wird das Öl auf ein Schiff der Piraten gepumpt, die Wertsachen der Crew werden geklaut und der Tanker wird wieder freigelassen. Das gestohlene Erdöl wird oft illegal weiterverarbeitet. Das hat Folgen für die Umwelt und die Sicherheit der Region. «Wo es Erdöl hat, gibt es immer Krach», sagt Clément Godonou schulterzuckend. Seine Reederei verfügt über keine Tankschiffe, doch die Piratenangriffe zwingen auch Grimaldi, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen.

Benins Marine besitzt vier Boote, sie liegen im Hafen vertäut. Zwei ältere, Geschenke von China, sind derzeit nicht seetauglich. Die beiden neuen haben die USA kürzlich gestiftet; die Defender-Boote haben eine Länge von etwa acht Metern. Wir unternehmen eine kleine Rundfahrt. Kaum hat das Boot den Hafen verlassen, wird es von den Wellen hin- und hergeworfen. Die Besatzung besteht aus vier Mann – so macht Benin Jagd auf Piraten.


Die Flotte von Benins Marine. Im Vordergrund: defektes chinesisches Boot, dahinter die beiden funktionierenden Boote aus den USA.

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Piraten greifen Tanker an

Nigerianische Piraten machen den Golf von Guinea unsicher.

Westafrika droht zu einem Piraten-Hotspot zu werden. In diesem Jahr ist die Region hinter Somalia/Golf von Aden und Indonesien am drittmeisten von Piraterie betroffen. Es sind nigerianische Piraten, ausgerüstet mit schnellen Booten, die Tanker entführen und die Ladung stehlen. Das war auch beim Tanker «Halifax» so, welcher Ende Oktober auf dem Weg von Benin nach Nigeria entführt wurde.

Bild: Andreas Spörri
(Archivbild: Andreas Spörri)

Über die Piraterie habe ich in Benin mit dem Chef der Marine, dem Chef des Hafens von Cotonou und einem dem Schiffahrtsunternehmen Grimaldi gesprochen. Und für DRS 4 News ein Gespräch geliefert:

Dieser Beitrag lief auf DRS 4 News am 6. November 2011.

Der Tanker Halifax wurde von den Piraten kurz nach der Ausstrahlung wieder freigelassen (keine Kausalität), wie ich im Gespräch vorhergesagt hatte (keine Zauberei).