Worst of Ghana

Nach den Top 10 nun auch die Flop 10 – alles Üble auf einen Streich:

Offroader
Die übelsten Fahrer sitzen nicht in den Taxis. Je breiter, stärker und neuer der Wagen, desto übler die Fahrweise des Insassen. Auf Ghanas Strassen gilt das Recht des Stärkeren, wer einen Kuhfänger vor der Motorhaube hat, gewinnt immer. Und wer schnell auf Touren kommt, überholt links, rechts oder zwischen den Spuren. Zudem scheuen es viele Fahrer alter Autos, einen Zusammenstoss mit einem Neuwagen zu riskieren – zu teuer!

Essgewohnheiten
Die lokalen Stärkeklumpen (Banku, Kenkey, Fufu) werden von Ghanaern verehrt und in Rekordzeit verschlungen. Während des Essens wird nicht kommuniziert. Und nach dem Essen steht man gleich wieder auf. Ghanaer mögen es gemütlich mögen – aber garantiert nicht beim Food. „Worst of Ghana“ weiterlesen

Agathas Laden

Containershops stehen in Ghanas Hauptstadt an jeder Strassenecke.

Jeden Tag steht Agatha vor ihrem Container. Und jeden Tag fahre ich mit dem Velo daran vorbei. Fein säuberlich aufgereiht sind Konserven, Getränke, Waschmittel und vieles mehr. Reich wird sie damit nicht. Agathas halbjährige Tochter schläft derweil hinter dem Tresen. „Agathas Laden“ weiterlesen

Best of Ghana

Nein, das Beste an Ghana ist nicht der Strand. Meine Top 1o:

Essensstände
Verglichen mit andern Ländern Westafrikas ist der Streetfood in Ghana sauberer. Die Verkäuferinnen achten darauf, dass keine Fliegen ans Essen kommen und der Reis heiss bleibt. Für einen Franken kann man anständig satt werden.

Lokales Bier
Gulder, Star, Stone, Club, Castle Milk Stout – die lokalen Biere schmecken alle. Der einzige Nachteil ist die Flaschengrösse von 6.25 dl – doch man gewöhnt sich rasch daran. „Best of Ghana“ weiterlesen

Lisa und die Asylbewerber

And now for something completely different…

Die 14jährige Lisa nervt sich über die Radioreporterin Sybille Seller, welche reisserisch und selbstgerecht über Kriminalfälle berichtet. Kurzerhand beschliesst Lisa, die Fälle selbst zu untersuchen. Gemeinsam mit dem Rentner Leo aus ihrer Nachbarschaft schafft es Lisa, die Fälle vor der Reporterin zu lösen.

In Fall drei geht es um ein Asylbewerberheim, das in Flammen steht. Hier ein Ausschnitt:

Die Hörspielreihe «Ein Fall für L&L» (hier auch zum Nachhören) habe ich für die Kindersendung «Zambo» von Schweizer Radio und Fernsehen SRF geschrieben. Die vier Fälle wurden im Frühling 2012 ausgestrahlt. Eine Fortsetzung ist in Arbeit.

Ein flotter Zug in Accra

Zwei moderne Züge – und viele Probleme im Rest des Landes.

Der Angestellte am Bahnhof Accra ist sehr hilfsbereit. Zusammen mit einem Kollegen versucht er, die Abfahrtszeiten der Züge zu rekonstruieren. Nach einigen Minuten habe ich einen Fahrplan für die Strecke Accra-Tema zusammen, der in etwa stimmen könnte. Natürlich gibt es den Fahrplan, bloss ist er weder online noch offline ersichtlich. Die Züge fahren jeweils zweimal morgens und abends.

„Ein flotter Zug in Accra“ weiterlesen

Thank you America!

Eine neue Strasse bringt neue Gefahren.

Zehn Menschen sind vorgestern in Accra umgekommen – im Minibus sitzend, als ein Lastwagen auf sie raufdonnerte. Der Fahrer des Trucks wollte einem Auto ausweichen, das eine Kehrtwende machte. Das Lichtsignal an der Kreuzung hat offenbar nicht funktioniert.

Passiert ist der Unfall auf dem brandneuen «George W. Bush Highway». Die wichtigste Umfahrung Accras, 14 Kilometer von der Accra Mall bis zur berüchtigten Mallam-Junction, ist endlich fertiggestellt. Geplant wurde die Strasse von Ghanas erstem Präsidenten Kwame Nkrumah. Nach diesem war der Highway ursprünglich benannt, doch schliesslich haben die Amerikaner den Bau mitfinanziert.

Das neue Tempo auf den bis zu 10 Spuren überfordert viele Ghanaerinnen und Ghanaer. Am ersten Tag sollen drei Fussgänger beim Überqueren der Strasse gestorben sein, zehn in der ersten Woche. Die wenigen Überführungen liegen weit auseinander, einige Fussgängerampeln funktionieren nicht, und längst nicht alle Autofahrer akzeptieren Lichtsignale. So rennt man denn möglichst schnell über den todbringenden Highway, egal ob die Ampel rot oder grün oder gar nichts anzeigt.

Die Dankbarkeit Ghanas entlang dem neuen Highway ist unübersehbar.

Der Youssou-Effekt

Wie Youssou Ndours Bein die Proteste im Senegal medial dominiert.

«Mit dem Internet können wir die internationalen Medien korrigieren», erklärte mir Basile Niane am Rande einer Medienkonferenz. Senegals Chefblogger ist begeistert von den Möglichkeiten des Netzes, berichtet selbst ausführlich via Handy und Kurznachrichtenplattform Twitter von den Ereignissen.

Seine Kritik an den Medien: ständig wird über den Sänger Youssou Ndour berichtet. Nach der Entscheidung des Verfassungsrates, Ndour nicht zur Wahl zuzulassen, den Präsidenten hingegen schon, gingen viele Senegalesen auf die Strasse. «Internationale Medien meldeten, die Leute würden wegen Youssou Ndour protestieren! Dabei ging es um den Präsidenten», so Niane.

Dasselbe ist am Dienstag wieder passiert.  „Der Youssou-Effekt“ weiterlesen

Stupende Statistik

Zu Ehren meines 150. Blogbeitrags etwas Zahlenbeigerei.

Von den 13’000 Seitenansichten seit letztem August (zuvor wollte ich kein Statistiktool installieren) ging ein ganzes Drittel auf folgende Einträge:
1950 views: In bed with the NGO
1267 views: Die Welt ist ein Fischerdorf
1265 views: Anzügliches aus Accra
Die ersten beiden Artikel verdanken das dem löblichen Bildblog, bzw. der Rubrik 6vor9. Der dritte Eintrag wurde via Facebook populär – unter anderem dank dem Künstler selbst. Wieviele Anklicker den Radiobeitrag dann auch verstanden haben, kann ich nicht beurteilen.

Der wichtigste Suchbegriff neben meinem Namen war übrigens «KFC Ghana». In Accra gibt’s unterdessen schon zwei KFC-Imbisse. Sie erfreuen sich ungebrochener Popularität. Die interessantesten Suchbegriffe sind aber «echo der zeit accra disco», «bilder von schwulen tieren» und «stachelschwein kuchen».

Aber das ist ja alles recht langweilig. Darum schauen Sie sich jetzt ein Video an, in welchem ein Präsident einem Jugendlichen das Mikrofon entreisst.