Best of Ghana

Nein, das Beste an Ghana ist nicht der Strand. Meine Top 1o:

Essensstände
Verglichen mit andern Ländern Westafrikas ist der Streetfood in Ghana sauberer. Die Verkäuferinnen achten darauf, dass keine Fliegen ans Essen kommen und der Reis heiss bleibt. Für einen Franken kann man anständig satt werden.

Lokales Bier
Gulder, Star, Stone, Club, Castle Milk Stout – die lokalen Biere schmecken alle. Der einzige Nachteil ist die Flaschengrösse von 6.25 dl – doch man gewöhnt sich rasch daran. „Best of Ghana“ weiterlesen

Lisa und die Asylbewerber

And now for something completely different…

Die 14jährige Lisa nervt sich über die Radioreporterin Sybille Seller, welche reisserisch und selbstgerecht über Kriminalfälle berichtet. Kurzerhand beschliesst Lisa, die Fälle selbst zu untersuchen. Gemeinsam mit dem Rentner Leo aus ihrer Nachbarschaft schafft es Lisa, die Fälle vor der Reporterin zu lösen.

In Fall drei geht es um ein Asylbewerberheim, das in Flammen steht. Hier ein Ausschnitt:

Die Hörspielreihe «Ein Fall für L&L» (hier auch zum Nachhören) habe ich für die Kindersendung «Zambo» von Schweizer Radio und Fernsehen SRF geschrieben. Die vier Fälle wurden im Frühling 2012 ausgestrahlt. Eine Fortsetzung ist in Arbeit.

Ein flotter Zug in Accra

Zwei moderne Züge – und viele Probleme im Rest des Landes.

Der Angestellte am Bahnhof Accra ist sehr hilfsbereit. Zusammen mit einem Kollegen versucht er, die Abfahrtszeiten der Züge zu rekonstruieren. Nach einigen Minuten habe ich einen Fahrplan für die Strecke Accra-Tema zusammen, der in etwa stimmen könnte. Natürlich gibt es den Fahrplan, bloss ist er weder online noch offline ersichtlich. Die Züge fahren jeweils zweimal morgens und abends.

„Ein flotter Zug in Accra“ weiterlesen

Thank you America!

Eine neue Strasse bringt neue Gefahren.

Zehn Menschen sind vorgestern in Accra umgekommen – im Minibus sitzend, als ein Lastwagen auf sie raufdonnerte. Der Fahrer des Trucks wollte einem Auto ausweichen, das eine Kehrtwende machte. Das Lichtsignal an der Kreuzung hat offenbar nicht funktioniert.

Passiert ist der Unfall auf dem brandneuen «George W. Bush Highway». Die wichtigste Umfahrung Accras, 14 Kilometer von der Accra Mall bis zur berüchtigten Mallam-Junction, ist endlich fertiggestellt. Geplant wurde die Strasse von Ghanas erstem Präsidenten Kwame Nkrumah. Nach diesem war der Highway ursprünglich benannt, doch schliesslich haben die Amerikaner den Bau mitfinanziert.

Das neue Tempo auf den bis zu 10 Spuren überfordert viele Ghanaerinnen und Ghanaer. Am ersten Tag sollen drei Fussgänger beim Überqueren der Strasse gestorben sein, zehn in der ersten Woche. Die wenigen Überführungen liegen weit auseinander, einige Fussgängerampeln funktionieren nicht, und längst nicht alle Autofahrer akzeptieren Lichtsignale. So rennt man denn möglichst schnell über den todbringenden Highway, egal ob die Ampel rot oder grün oder gar nichts anzeigt.

Die Dankbarkeit Ghanas entlang dem neuen Highway ist unübersehbar.

Der Youssou-Effekt

Wie Youssou Ndours Bein die Proteste im Senegal medial dominiert.

«Mit dem Internet können wir die internationalen Medien korrigieren», erklärte mir Basile Niane am Rande einer Medienkonferenz. Senegals Chefblogger ist begeistert von den Möglichkeiten des Netzes, berichtet selbst ausführlich via Handy und Kurznachrichtenplattform Twitter von den Ereignissen.

Seine Kritik an den Medien: ständig wird über den Sänger Youssou Ndour berichtet. Nach der Entscheidung des Verfassungsrates, Ndour nicht zur Wahl zuzulassen, den Präsidenten hingegen schon, gingen viele Senegalesen auf die Strasse. «Internationale Medien meldeten, die Leute würden wegen Youssou Ndour protestieren! Dabei ging es um den Präsidenten», so Niane.

Dasselbe ist am Dienstag wieder passiert.  „Der Youssou-Effekt“ weiterlesen

Stupende Statistik

Zu Ehren meines 150. Blogbeitrags etwas Zahlenbeigerei.

Von den 13’000 Seitenansichten seit letztem August (zuvor wollte ich kein Statistiktool installieren) ging ein ganzes Drittel auf folgende Einträge:
1950 views: In bed with the NGO
1267 views: Die Welt ist ein Fischerdorf
1265 views: Anzügliches aus Accra
Die ersten beiden Artikel verdanken das dem löblichen Bildblog, bzw. der Rubrik 6vor9. Der dritte Eintrag wurde via Facebook populär – unter anderem dank dem Künstler selbst. Wieviele Anklicker den Radiobeitrag dann auch verstanden haben, kann ich nicht beurteilen.

Der wichtigste Suchbegriff neben meinem Namen war übrigens «KFC Ghana». In Accra gibt’s unterdessen schon zwei KFC-Imbisse. Sie erfreuen sich ungebrochener Popularität. Die interessantesten Suchbegriffe sind aber «echo der zeit accra disco», «bilder von schwulen tieren» und «stachelschwein kuchen».

Aber das ist ja alles recht langweilig. Darum schauen Sie sich jetzt ein Video an, in welchem ein Präsident einem Jugendlichen das Mikrofon entreisst.

Sam im Senegal

Chronik einer Reportagereise.

Sollte sich die geneigte Leserin je gefragt haben, was ein Journalist den lieben langen Tag so tut, ist hier die Antwort. Um für die Wahl im Senegal vom 26. Februar gerüstet zu sein, habe ich vom 2. bis 10. Februar das Land besucht.

In den neun Tagen habe ich etwa 80 Franken vertelefoniert, dazu 70 Mails versendet und 10 Stunden Aufnahmen gemacht. Daraus ist bereits ein Radiobeitrag und ein Interview entstanden, drei weitere Beiträge sind in Arbeit und werden in der Woche vor der Wahl im Schweizer Radio ausgestrahlt.

Eines der wichtigsten Werkzeuge war die Kurznachrichten-Plattform Twitter. Dadurch bin ich nicht nur an einen Kontakt gekommen, sondern habe auch immer wieder Hinweise auf aktuelle Ereignisse und interessante Artikel erhalten. Sogar unterwegs könnte man nachlesen, wo ein Protestzug gerade ist, oder ob etwas passiert. Leider kann mein Telefon kein Internet – das sollte ich bei einem nächsten Einsatz ändern.

Donnerstag:
3:00
Uhr komme ich in Dakar an. „Sam im Senegal“ weiterlesen

Mitgegangen, mitgefangen

Ein guter Fang an der Küste Ghanas.

Ghana ist ein Fischerland. Fast ein Zehntel der Bevölkerung ernährt sich von Fischfang oder dem Handel mit Fischen. Fischer mit Holzkanus und einfachen Mitteln entlang der Küste kommen jährlich auf etwas über 200’000 Tonnen Fang. Für Verkauf und Handel sind die Frauen zuständig.

Das in der Bildstrecke gezeigte Netz lag nur wenige Stunden im Meer, begleitet von einem Boot und kreischenden Möwen, die sich auf die eingeschlossenen Fische stürzten. Neben den jungen Burschen, die das Netz mühsam aus dem Meer zogen, stand eine ganze Menge Zuschauer aus dem Dorf am Strand. Die meisten Fische im Netz waren Makrelen, andere Arten wurden aussortiert und separat verkauft. Mir wurde gesagt, es sei ein guter Fang gewesen.

Mehr Bilder gibts hier…