Ghanas Wahltag: Auszählen in Alajo

Die Wahlen vom Freitag sind noch nicht vorbei – Fingerabdruck-Scanner funktionierten nicht.

In Ghana fanden am Freitag Wahlen statt. Es ist die sechste demokratische Wahl in Folge im westafrikanischen Land – Parlament und Präsident werden neu gewählt. Ghana gilt als Musterland – was Demokratie betrifft. Und tatsächlich: so transparente Wahlen gibt’s wohl kaum irgendwo.

Hingegen haben die Fingerabdruck-Scanner an einigen  Orten nicht funktionert. Was nicht ganz unerwartet kommt – schaut man sich technische Geräte in Ghana an. Ein grosses Problem sollte dies jedoch nicht darstellen – es wird halt ein Tag später gewählt. Dies betrifft nur wenige Wahlbüros.

Mein Beitrag vom Wahlbüro Sem Cinema Hall in Alajo:

Dieser Beitrag wurde am 8. Dezember 2012 von Deutschlandfunk gesendet.

Hier noch das gemeinsame Auszählen der Stimmen:


Harsche Töne in Ghanas Wahlkampf

Einige Politiker in Ghana versuchen, mit populistischen oder rassistischen Aussagen zu punkten.


Debatte der Präsidentschafts, hier ging alles sehr gesittet zu.

Als ich das erste Mal nach Ghana kam, stellte ich erfreut fest, wie lebendig und offen die Debatte in den Medien ist. In Radios und Zeitungen wird offen über Korruption, Misswirtschaft und andere wunde Punkte diskutiert.

Doch schon bald merkte ich, dass die meisten Medienberichte einfach aus Zitaten von Politikern und anderen wichtigen Leuten bestehen. Die Medien transportieren also Anschuldigungen, meist ohne diese zu überprüfen. Und die Politiker wissen das auszunützen.

Sind die oft harschen Töne eine Gefahr für Ghanas Demokratie?


Dieser Beitrag wurde am 1. Dezember 2012 in der Rubrik «Eine Welt» von Deutschlandfunk gesendet.

Y’en a marre – Stosstrup der Opposition

Eine Bewegung gegen Stromausfälle könnte Senegals Wahlen entscheiden.

Im Senegal wurde auch heute wieder gegen den Präsidenten demonstriert. Das Ziel der Protestierenden: die erneute Kandidatur des 85jährigen Präsidenten, Abdoulaye Wade, zu verhindern. Es ist umstritten, ob die Verfassung eine dritte Amtszeit erlaubt.

Ihren Ursprung haben die Proteste gegen den Präsidenten in einem Aussenquartier der Hauptstadt Dakar, vor einem Jahr starteten dort einige Junge die Bewegung «Y’en a marre». Gegründet von Rap-Musikern, Journalisten und ihren Freunden.

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Heilige Jungfrau verspricht bessere Zukunft

Die Hälfte aller Ivorer hofft auf eine Rückkehr Gbagbos.

Bei meinem Aufenthalt in Yopougon, einem Stadtteil Abidjans, wurde ich immer wieder darauf hingewiesen, dass der ehemalige Präsident Laurent Gbagbo bald wieder an die Macht zurückkehren werde. Natürlich wünschte sich niemand hier einen weiteren bewaffneten Konflikt. Doch die Hinweise darauf waren eindeutig.

Nicht nur hatte ein lokaler Prophet die Wiederkehr Gbagbos angekündigt, es gab auch weitere Zeichen. So war offenbar im April die Jungfrau Maria in der Sonne erschienen, was viele Leute bestätigten. Leider war niemand im Besitz des Handyvideos. Immerhin zeigte man mir ein Bild von Wolken, die wie Gottes Hände aussehen. Erstaunlich. Leider ist das eine ältere Fälschung.

Noël, mein Begleiter, wollte mich mehrfach überzeugen, dass ich doch über diese Indizien berichten solle. Wenn dann Gbagbo zurück an die Macht kommen würde, sei ich berühmt. Ich verzichtete aber darauf. Mein Beitrag über die Lage in Yopougon und Abidjan musste ohne heilige Zeichen auskommen.

Das Video mit der Marienerscheinung ist übrigens bisher noch ohne schlüssige Erklärung. Kommt Gbagbo also doch zurück?

Dieser Beitrag wurdem am 21. Juli 2011 im Deutschlandfunk gesendet. Er ist quasi die Langversion des Beitrages fürs Schweizer Radio. Die Leute durften etwas ausführlicher zu Wort kommen, auch ein ehemaliger Rebell und ein UNO-Sprecher sind nun mit an Bord.

Elektroschrott auch aus Deutschland

Wie weiter mit dem Problem E-Waste in Ghana?

Boardmaster TimothyTimothy nennt sich «Boardmaster». In kurzer Zeit hat es der Nigerianer geschafft, auf dem Schrottplatz von Agbobloshie ein Geschäft mit gebrauchten Platinen (Leiterplatten) von Computern und DVD-Playern aufzuziehen. Er kauft sein Material von den Jungs, welche die defekten Geräte in ihre Einzelteile zerlegen. Dann verkauft er es den «white men», in diesem Fall Chinesen. Die verschiffen die Platinen nach China, wo man sie maschinell recycelt. So können mehr der wertvollen Metalle zurückgewonnen werden.

Timothy ist die Person, welche meinem Beitrag über Elektroschrott in Ghana (nun auch im Deutschlandfunk) am Schluss den Dreh Richtung Zukunft gab. Richtung Initiative aus der Privatwirtschaft – weil ich nicht glaube, dass sich der Staat demnächst ernsthaft des Problemes annimmt. Zwar gibt es einen Entwurf (von europäischen Organisationen) zu einer zukünftigen Strategie. Aber darin werden einfach alle Probleme aufgezählt, es fehlt der Fokus auf ein bestimmtes Problem und dessen Lösung. Und sowieso: Zunächst stehen nun in einem Jahr die Wahlen an, dann kann man mit  Entwicklungsorganisationen wieder über konkrete Lösungen (und deren Finanzierung!) nachdenken.

Die Agbogbloshie-Girls kümmert das übrigens wenig. Sie hängen auf dem Schrottplatz rum und verkaufen ihren Cousins Wasser im Plastiksack.

Reise ins Ungewisse (Extended Version)

Die Kämpfe in der Elfenbeinküste vertreiben die Menschen.

Hunderttausende seien auf der Flucht – im Land und in den Nachbarländern – meldet die UNO. Auch für den Deutschlandfunk habe ich eine Variante meiner Reportage aus der ghanaischen Grenzstadt Elubo gemacht.

Deutschlandfunk, 19.3.2011.

Der Beitrag ist zwei Minuten länger als jener für DRS 4 News. Die Zahlen sind aktualisiert und die Menschen kommen länger zu Wort. Zudem sind die O-Töne diesmal übersprochen (Overvoice) und ich versuche mich in etwas deutscherem Deutsch. Alles in allem eine Heidenbüetz – und wegen den Ereignissen in Japan und Libyen wurde er x Mal verschoben.