Archiv der Kategorie: Ghana

Paul Strands freundliches Ghana-Portrait

Ein Land in Aufbruchsstimmung, das sich bis heute wenig verändert hat. Das ist das Fazit meiner Führung im Fotomuseum Winterthur zu historischen Ghana-Bildern.

Als der amerikanische Fotograf Paul Strand Ghana besuchte, erlebte er gleich die Auswüchse afrikanischer Demokratie. Im Januar 1964 liess sich Ghanas erster Staatschef Kwame Nkrumah an der Urne als Präsident bestätigen und führte den Einparteienstaat ein.

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Ghana: Vom Musterschüler zum Sorgenkind

Die ghanaische Regierung plagen Geldsorgen – sie ersucht um Hilfe beim Internationalen Währungsfonds.

Ghana galt lange als afrikanisches Erfolgsmodell. Stabil, demokratisch und auf solidem Wachstumspfad. Doch nun häufen sich wirtschaftliche Probleme, die im Alltag spürbar sind, und die Menschen gehen gegen ihre Regierung auf die Strasse.

Die strukturellen Probleme Ghanas Wirtschaft, welche ich bereits im vergangenen Jahr erwähnt hatte, schlagen nun voll durch. Ghana ist zu stark von Rohstoff-Einnahmen abhängig. Es fehlt eine Strategie, wie die Industrialisierung vorangetrieben werden könnte. Ein taugliches Mittel dazu könnte eine Kombination aus Protektionismus gegen aussen und Liberalisierung im Innern sein. Politische Stabilität alleine genügt nicht.

In meinem Beitrag habe ich zu beleuchten versucht, wie die Probleme Ghanas entstanden sind.

Dieser Beitrag wurde am 25. August in der Sendung «Echo der Zeit» von Radio SRF gespielt.

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Ghanas grösste Hürde zum Schwellenland

Ghanas Wirtschaft brummt – zumindest erwecken die Wachstumszahlen diesen Eindruck. Doch ein Blick auf den Fastfood-Anbieter KFC zeigt: da gibt es ein Problem.


Ghana befindet sich am Übergang vom Entwicklungs- zum Schwellenland. Mit Wachstumsraten des BIP von 14.4% (2011) und 7.5% (2012/Schätzung Weltbank) liegt man global an der Spitze. Aber der Ökonom Dr. John Kwakye vom Institute of Economic Affairs in Accra warnt: «Weltbank und Währungsfonds loben Ghana, doch sie bewerten nur makroökonomischen Indikatoren, Inflation und Staatsdefizit. Das ist oberflächlich. Unser industrieller Sektor ist sehr schwach – denn wir stellen nichts her!»

Das bestätigt zum Beispiel ein Blick auf die Produkte des Fastfood-Restaurants KFC in Accra. Die Marke, das Fleisch, das Besteck – alles wird importiert. Zwar hat Ghana eine wachsende Industrie, die ein Viertel des Bruttoinlandproduktes ausmacht. Doch Wachstumstreiber sind die Rohstoffe – sie versorgen Ghana mit einem konstant fliessenden Strom von Devisen. Kakao, Gold und Erdöl haben zudem in den letzten Jahren von hohen Kursen profitiert.

«Sogar Zahnstocher müssen wir importieren», ereifert sich Ökonom Kwakye, «das darf doch nicht sein!»

Dieser Beitrag wurde am 13. August 2013 von SRF 4 News gesendet – im Rahmen eines Schwerpunkts «Das Kriseln der Schwellenländer». Teile davon hatte ich bereits für die Kontext-Sendung «Erfolgsmodell Ghana» verarbeitet.

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Die friedlichen Leute vom gesegneten Leuchtturm

Ghana funktioniert als Demokratie und hat eine blühende Wirtschaft. Die Gründe dafür liegen in der Geschichte des westafrikanischen Staates. Doch auch in Ghana ist nicht alles Gold, was glänzt.

Baustelle in Accra

«Das Geheimnis unserer Demokratie ist simpel. Es liegt in den Menschen Ghanas – sie lieben die Freiheit.» John Kufuor sitzt milde lächelnd auf einem reich dekorierten Holzstuhl in seiner Villa, und erklärt dem Besucher, wieso Ghana sich zum gerne zitierten «Leuchtturm der Demokratie» entwickelt hat. Der 74jährige Kufuor muss es wissen, schliesslich wurde er im Jahr 2000 als erster Oppositionspolitiker an Ghanas Staatsspitze gewählt. Acht Jahre später überliess Präsident Kufuor seinen Platz wieder der Gegenpartei. Und doch greift seine Erklärung ein wenig zu kurz. Weiterlesen

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Ghana – Erfolgsmodell für Afrika?

Während Länder rundum im Chaos versinken, leuchtet Ghanas Stern hell.

Ghana gilt als demokratische und wirtschaftliche Erfolgsgeschichte in Westafrika. Während Länder wie Nigeria oder Mali mit Konflikten und Korruption zu kämpfen haben, sorgt Ghana meist für positive Nachrichten. Zuletzt bei den fast reibungslos verlaufenen Wahlen im Dezember 2012. Für SRF 2 Kultur habe ich in einer «Kontext»-Sendung die Hintergründe beleuchtet – und neben anderen mit dem ehemaligen Präsidenten John Kufuor gesprochen.

Diese Sendung wurde am 12. Februar 2013 von SRF 2 Kultur ausgestrahlt.

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Erbsenzählerei der Opposition

Die Wahlen in Ghana haben ein Nachspiel. Die Oppositionspartei NPP hat beim obersten Gericht Beschwerde eingereicht.

Endlich wird wahr, was die NPP drei Wochen lang angekündigt hat: sie ficht die Wiederwahl von Präsident Mahama (NDC) an. Insgesamt 1.34 Millionen Stimmen (12% aller Stimmen) seien irregulär, so die Opposition, das könne man vor Gericht beweisen. Würde man diese irregulären Stimmen nicht in Betracht ziehen, wäre NPP-Kandidat Nana Akufo-Addo gewählt, erklärte sein Vize Mahamudu Bawumia.

Beispiele für Unregelmässigkeiten legte die NPP an einer Medienkonferenz vor. Der genaue Inhalt der Klageschrift von gestern Freitag gegen das Wahlresultat ist indes weiterhin nicht bekannt. Journalisten konnten nach der Medienkonferenz keine Fragen stellen. Dies sind Hinweise darauf, dass die Klage der NPP auf einem schwachen Fundament steht.

Die hohe Zahl der irregulären Stimmen mag auf den ersten Blick erschrecken. Doch leider bleibt unklar, wie die NPP zu ihren Angaben kommt. Die Grundfrage ist: Wurde systematisch betrogen oder sind es bloss Ungenauigkeiten und Flüchtigkeitsfehler auf den pinken Resultatblättern? Weiterlesen

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