Aus Lieblingsfeinden werden Brüder – der Überraschende Handschlag zwischen Kenyatta und Odinga

Kenias Präsident und der Oppositionsführer wollen eine Versöhnung anstossen. Das würde dem gespaltenen Land guttun. Doch wie der Plan der beiden Politiker aussieht, ist noch unklar.

Plötzlich ist alles anders. Die eben noch erbitterten politischen Gegner nennen sich vor laufenden Kameras gegenseitig «mein Bruder». Kenias Präsident Uhuru Kenyatta und Oppositionsführer Raila Odinga ziehen einen Schlussstrich unter die politische Konfrontation, welche das Land während Monaten in Atem gehalten hat. Nun rätselt ganz Kenia, was hinter dem versöhnlichen Auftritt der politischen Alphatiere steht. „Aus Lieblingsfeinden werden Brüder – der Überraschende Handschlag zwischen Kenyatta und Odinga“ weiterlesen

Kenia macht dem Sack zu – und sagt Plastikabfällen den Kampf an

Für die Händler in Afrika sind Plastiksäcke ein Segen, für die Umwelt hingegen eine Plage. Kenia geht seit kurzem mit hohen Bussen gegen die Verwendung solcher Säcke vor.
 
Urplötzlich juckt die Mangoverkäuferin auf einem Markt in Nairobi von ihrem Hocker auf und sucht das Weite. Ihre süsse Ware – es ist Saison! – lässt die Frau zurück. Auf dem Hocker liegt eine Beige kleiner Säckchen aus Plastik. Sie werden von Beamten der Umweltschutzbehörde beschlagnahmt.
 

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Selbstbedienungsladen Staatskasse

Kenia kauft zu viele Schuhe, nutzlose Flugzeuge und versichert seinen Helikopter nicht.

Das Sündenregister des kenianischen Staates umfasst 350 Seiten. So dick ist nämlich der Bericht des Rechnungsprüfers, der die Staatsrechnung des Jahres 2015/16 unter die Lupe genommen hat. Der Bericht listet auf, wie unverfroren und fahrlässig Beamte mit dem Geld der Kenianerinnen und Kenianer umgehen.

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Nairobis Alternativer Kulturort – das «GoDown Arts Centre»

Kenias Künstler verwalten in der Industriezone ihr eigenes Kulturzentrum – und hegen grosse Pläne.

Vor 15 Jahren öffnete an Stelle einer grosse Autowerkstatt das «GoDown Arts Centre» seine Eisentore. Am Eingang begrüsst den Besucher ein grosses Portrait der kenianischen Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o. In den Ateliers und Proberäumen wird gemalt, getanzt und Musik gemacht. 

 

Das Kunstzentrum wirkt etwas baufällig. Das soll sich jedoch ändern, wenn es nach den Künstlerinnen und Künstlern geht. Sie sammeln derzeit Geld für einen Neubau, der rund 10 Millionen Franken kosten soll. Damit würde in Nairobi das wohl grösste und aufregendste Kulturzentrum Ostafrikas entstehen.

 

 

Miguna Miguna – ein ausgewiesener Oppositioneller

Was tun mit lästigen Oppositionellen? Ausweisen! So lautet zumindest die Antwort von Kenias Regierung. Sie setzte den Politiker Miguna Miguna diese Woche kurzerhand in ein Flugzeug Richtung Kanada. Doch der Reihe nach. Eigentlich war Miguna des Hochverrats angeklagt gewesen. Der Rechtsanwalt hatte es gewagt, Ende Januar den «Amtseid» des Oppositionsführers Raila Odinga zu beglaubigen. Dieser hatte sich als «Präsident des Volkes» einschwören lassen, was dem offiziellen «Präsidenten der Republik Kenia», Uhuru Kenyatta, und seinen Getreuen sauer aufstiess. „Miguna Miguna – ein ausgewiesener Oppositioneller“ weiterlesen

Kenias Angriff auf die Pressefreiheit

Die Regierung reagiert auf die Live-Übertragung eines Oppositionsanlasses mit der Blockierung von TV-Sendern. Zudem werden Oppositionelle verhaftet. Die Hoffnung auf eine Beruhigung nach der Wahl war umsonst.

Nach getaner Arbeit entspannen sich abends viele Kenianerinnen und Kenianer vor dem Fernseher. Doch derzeit bleiben viele Bildschirme dunkel – keine Telenovelas, keine News, keine Talkshows. Der Staat hat dreien der beliebtesten Sender – Citizen TV, NTV und KTN News – die Kabel gekappt und ihre terrestrische Verbreitung gestoppt. „Kenias Angriff auf die Pressefreiheit“ weiterlesen

Wenn zwei Bullen kämpfen, leidet das Gras

Exponenten verschiedener Polit-Eliten stehen sich in Kenia unversöhnlich gegenüber. Wie das Land wieder zu einem friedlichen Alltag findet, ist offen.
 
Die Stimmung in Kenia ist angespannt. Es kommt vor, dass in einem Restaurant jemand während eines Gesprächs über Politik den Tisch wechselt, weil die Leute am Nebentisch zuhören könnten. Kindermädchen unterbrechen das Spiel mit ihren Zöglingen, um sich gegenseitig vorzuhalten, was die jeweils andere Ethnie falsch mache. Und auf dem politischen Parkett will die Opposition ihren Anführer eigenhändig zum Präsidenten einschwören, was Regierungspolitiker als Hochverrat bezeichnen.
 
 

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Wieso Wahlen schlecht sind für Afrikas Wirtschaft

Wahljahre sind schlechte Jahre für die Volkswirtschaften Afrikas. In Kenia gingen die Investitionen vor dem Urnengang 2017 deutlich zurück. Doch nicht in allen Ländern schaden Wahlen der Wirtschaft.

Frühmorgens öffnet Martin Njau seinen Stand. Im Slum Kawangware in Nairobi bietet der junge Kenianer Mangos und rote Zwiebeln zum Verkauf an. Inmitten von älteren Marktfrauen ist der 25-Jährige eine Ausnahme. Ein Kleinkredit über 200 Franken war sein Startkapital. «Ich will etwas erreichen, nicht rumhängen wie viele meiner Kollegen», erklärt Njau. Doch in den letzten Monaten lief das Geschäft zäh, während der Wahlperiode hatte er kaum Kundschaft.

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