Armtanz Azonto

Ein Tanzstil ist Ghanas neuer Stolz.*

Egal ob im teuren Club, oder nachts an einer Strassenecke – wer in Accra ausgeht, wird derzeit unweigerlich mit dem Azonto konfrontiert. Tänzer bewegen ihre Arme vor dem Oberkörper in alle Richtungen und einen Fuss meist so, als ob sie eine Kakerlake zerquetschen wollten.

Getanzt wird zu zügigem Hiphop oder zu ghanaischer Hiplife-Musik, mit zuckrigen Harmonien. Einige lokale Künstler, wie etwa Gasmilla, haben sich unterdessen auf die Produktion von Azonto-Tracks spezialisiert.

Gasmilla – Aboodatoi (The Azonto Dance Tutorial)
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Anzügliches aus Accra

Die Fokn Bois machen sich über alles lustig.

Zum Beispiel auch über jene ghanaischen Rapper mit LAFA – «locally acquired foreign accent» (lokal erworbener ausländischer Akzent) – welche US-Rapstars kopieren.

Das können sich die Bois erlauben, weil sie in Pidgin-Englisch rappen. Wie das tönt? Bitte:

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Fokn Bois: Provokation in Pidgin

Die «Fokn Bois» sind das erste alternative Hiphop-Duo Ghanas. Mit ihrem Musikfilm «Coz ov Moni» wollen sie das wahre Leben zeigen.

Der Festival-Abend in Accra neigt sich dem Ende entgegen. Eine schicke Soul-Sängerin ruft «Merry Christmas» ins Publikum. Da entert ein barfüssiger Rasta mit Rock die Bühne. In seinem Freestyle-Rap schimpft er auf geldgierige Kirchen und rappt für homosexuelle Beziehungen. Heisse Eisen im konservativen Ghana! Dann wünscht auch er frohe Weihnachten und hebt seinen Rock – die Unterhose im Stil einer Santa-Mütze verursacht einen kollektiven Aufschei im Publikum. „Fokn Bois: Provokation in Pidgin“ weiterlesen

Ghana: Musterschüler Afrikas

Oder: Was Ghana gut macht.

Wenn ein Kontinent besonders oft für negative Nachrichten sorgt, ist es Afrika. Kriege, Krisen, Katastrophen dominieren das Bild, welches westliche Medien vom «schwarzen Kontinent» zeichnen.

Ordentliches Ghana

Ghana hingegen sorgt immer wieder für gute Nachrichten. Es ist stabil, demokratisch und hat ein hohes Wirtschaftswachstum.

Was also liegt näher, als für den Thementag «Good News» von DRS 2 good news aus Ghana zu erzählen?

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Schweizer Museum in Togo

René David will Afrika etwas zurückgeben.

Der Schweizer René David handelt seit einem halben Jahrhundert mit Kunst aus Afrika. Sein Museum in Lomé zeigt eindrückliche und witzige Stücke. So findet sich etwa ein mit Perlen verzierter Menschenschädel aus Nigeria. Die ältesten Lehmfiguren sind über 2000 Jahre alt.

René David

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Strassenkunst im Armenviertel

Das Chale Wote Street Art Festival.

Etwas zu organisieren, ist in Ghana nicht so einfach. Schliesslich muss man immer davon ausgehen, dass ein Teil aller Abmachungen nicht eingehalten wird. Geht es nur um ein persönliches Treffen, ist das nicht so schlimm (manchmal zwar schon). Anders bei einem Anlass mit dutzenden Involvierten.

So war ich schon an einer Konferenz mit Spitzenvertretern der Telecom-Firmen. Die angekündigten Referenten erschienen grösstenteils nicht, das Programm wurde kaum eingehalten und das Mittagessen hatte 2 Stunden Verspätung.

Die Gruppierung «Accra [dot] Alt» (Aktivisten? Kulturschaffende? Irgendwas dazwischen.) hat es geschafft, das Chale Wote Street Art Festival auf die Beine zu stellen. Im Armenviertel Jamestown fanden am Samstagnachmittag und -abend diverse Konzerte, Vorführungen, Ausstellungen statt. Mode, Sport, Kunst, Filme, Akrobatik und Musik. Kein grosses Ding, aber: es hat stattgefunden.

Die Kinder im Quartier hatten Spass, viele Erwachsene auch. Wie oft bei kulturellen Anlässen fanden sich besonders viele Weisse ein. Die Organisatoren sind grösstenteils junge Ghana-Rückkehrer. Und die Franzosen haben das Festival finanziell unterstützt. Insgesamt eine gute Basis für weitere Ausgaben.

Zu den Bildern…

Ghanas Blogs berichteten auch ausführlich darüber.