Sich sonnen mit Ellen

hillary und ellen, (c) reuters

Jetzt zeigen sich die Folgen der Ränkespiele rund um die Wahlen in Liberia.

US-Aussenministerin Hillary Clinton besucht kaum je eine Amtseinsetzung eines afrikanischen Staatsoberhaupts. Erst recht nicht, wenn es sich um eine Wiederwahl handelt. Die Ausnahme dieser Regel ist Ellen Johnson Sirleaf, Friedensnobelpreisträgerin 2011 und Präsidentin Liberias für weitere sechs Jahre.

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Amputierte Liberianer siegen

Ghana hat nicht die besten amputierten Fussballer Afrikas.

Sondern Liberia. Die Liberianer gewannen am Wochenende die Afrikameisterschaft der amputierten Fussballer in Accra. Damit konnte das Team seinen letzten Titel vor zwei Jahren verteidigen.

Die Regeln des Amputiertenfussballs sind simpel: Die je sechs Feldspieler haben normalerweise ein Bein weniger, die Goalies einen Arm. Ein Spiel dauert 2×25 Minuten, das Feld und die Tore sind kleiner als beim Zweibeinfussball. Mit den Krücken darf nicht gespielt werden. Statt Einwurf gibt es Einkick.

Mehr Bilder dazu gibts hier…

Johnson & Johnson

Die neue Präsidentin Liberias bleibt wohl die alte.

Bei den Präsidentschaftswahlen in Liberia kam Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf (UP) auf 44 Prozent aller Stimmen. Herausforderer Winston Tubman (CDC) auf 33 Prozent. Damit kommt es zwischen den beiden zu einer Stichwahl.

Noch am Wochenende hatte Winston Tubman laut «Betrug» geschrien, seine Wahlbeobachter zum Rückzug aufgefordert und angekündigt, die Stichwahl zu boykottieren. Die angekündigten Beweise für den Wahlbetrug veröffentlichte seine Partei dann aber doch nicht. Gewisse Politiker in Westafrika geben sich gerne mal als Besitzer von Beweisen aus, die sie aber «noch nicht» veröffentlichen würden. „Johnson & Johnson“ weiterlesen

Das Minendorf im Dschungel

Eisenerz-Boom in Westafrika.

Die Nachfrage nach Eisen ist gross, die Eisenpreise sind konstant hoch. Damit wird der kostspielige Abbau von Erz wieder interessant in Gebieten, in denen seit Jahren kein Eisenerz mehr geschürft worden ist. Etwa in Westafrika in den Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Der internationale Stahlkonzern ArcelorMittal hat Ende September (natürlich kurz vor den Wahlen) offiziell die erste Ladung Eisenerz aus Liberia verschifft. Dafür wurde etwa eine Eisenbahnstrecke quer durchs ganze Land wiederaufgebaut. „Das Minendorf im Dschungel“ weiterlesen

Zeit für Ellen?

Ellen Johnson-Sirleaf will wiedergewählt werden. Doch da ist noch die Verfassung…

Die Präsidentin ist klein, trägt ein weisses Polo-Shirt und einen grünen Sonnenhut. «We will win-oh!», ruft sie in die Menge. Man werde den Gegnern das Herz brechen.

An der Wahlkampfveranstaltung im Stadion gibt sich Ellen Johnson-Sirleaf siegessicher. Sie hat auch das grösste Budget aller Präsidentschafts-Kandidaten. Die Opposition beklagt sich über die vielen T-Shirts und Mützen, welche die regierende Union-Party gratis verteilt.

Doch noch ist nicht sicher, ob die Präsidentin an den Wahlen vom 11. Oktober überhaupt teilnehmen darf. In der liberianischen Verfassung steht nämlich geschrieben, dass eine Kandidatin die vergangenen zehn Jahre im Land gelebt haben muss. Ellen Johnson-Sirleaf kam erst vor acht Jahren zurück. Trotzdem hatte die Wahlkommission alle Kandidaten zugelassen, auch jene, die diesen Verfassungsartikel nicht erfüllten.

Es kam wie es kommen musste: eine Partei zog die Sache vor Gericht. Je nachdem, wie dieses die Verfassung auslegt, kann die Präsidentin nicht mehr antreten. Damit rechnet derzeit aber eigentlich niemand.

Sie fragen sich, wie Ellen denn vor 6 Jahren gewählt werden konnte? Da war dieser Artikel ausser Kraft.

Bilder vom Wahlkampf gibt’s hier.

NACHTRAG: Natürlich war die Verfassung schlussendlich kein Problem. Das Gericht hat kurz vor den Wahlen entschieden, dass der entsprechende Artikel auch diesmal nicht gilt.