Am Zaun von Europa

Immer wieder stürmen Migranten in Marokko die Festung Europa.

Am 1. Mai 2014 versuchten 800 Afrikaner, über den Zaun von Marokko in die spanische Enklave Melilla zu gelangen. 140 davon sollen es geschafft haben, laut der Präfektur von Melilla.* Seit Anfang Jahr haben es bereits 1400 meist junge Männer in Melilla spanisches Gebiet erreicht, das Aufnahmelager ist überfüllt. Fast jede Woche kommt es zu einem Ansturm auf den Zaun.

zaunmelilla

Der Grenzzaun – links Marokko, rechts Spanien.

Einer, der es nicht nach Europa geschafft hat, ist Hassan, er brach sich beim Kletterversuch das Rückgrat. Ich habe den jungen Gabuner im Spital der marokkanischen Stadt Nador besucht.

Dieser Beitrag wurde am 2. Mai 2014 in der Sendung «HeuteMorgen» von Schweizer Radio SRF gesendet.

* Die spanischen Zahlen liegen tendenziell eher zu hoch als zu tief. Als ich vor einem Monat nach einem Sturm auf den Zaun mit Migranten beim Wald von Gurugu darüber sprach, lachten diese bloss über die ihrer Meinung übertriebenen Berichte aus Spanien. So viele Menschen würden im Wald derzeit gar nicht leben…

Ghana – Erfolgsmodell für Afrika?

Während Länder rundum im Chaos versinken, leuchtet Ghanas Stern hell.

Ghana gilt als demokratische und wirtschaftliche Erfolgsgeschichte in Westafrika. Während Länder wie Nigeria oder Mali mit Konflikten und Korruption zu kämpfen haben, sorgt Ghana meist für positive Nachrichten. Zuletzt bei den fast reibungslos verlaufenen Wahlen im Dezember 2012. Für SRF 2 Kultur habe ich in einer «Kontext»-Sendung die Hintergründe beleuchtet – und neben anderen mit dem ehemaligen Präsidenten John Kufuor gesprochen.

Diese Sendung wurde am 12. Februar 2013 von SRF 2 Kultur ausgestrahlt.

Prepper und der Untergang unserer Zivilisation

Für einmal ein ganz anderes Thema: Schweizer, die sich auf Krisen und Katastrophen vorbereiten.

Sei es das Ende des Mayakalenders, ein Sturm, ein Erdbeben oder ein Atomunfall: Die so genannten Prepper sind vorbereitet auf den Untergang.

Sie denken in Krisenszenarien und planen das Einbunkern zuhause oder die Flucht in den Wald. Nichts kann sie überraschen. Was Prepper bewegt, wie sie denken und wohin das führen kann, habe ich in einer «Kontext»-Sendung dargestellt.

Diese Sendung wurde am 18.12.2012 von SRF 2 Kultur ausgestrahlt. Leute zu finden, die Auskunft geben, war nicht einfach. Wer in seinem Keller Lebensmittel hortet, möchte nicht, dass andere Leute das erfahren. Zudem riskiert man rasch, als Spinner abgestempelt zu werden. Nach zwei Monaten und dutzenden Kontaktversuchen gelang es mir, zwei Prepper für Audio-Aufnahmen zu finden.

Wer sich nicht die ganze halbstündige Sendung anhören möchte, kann auch die Online-Kurzversion lesen.

ACHTUNG: Ich erhalte noch immer Anfragen nach den Kontakten der porträtierten Preppern. In Absprache mit den beiden leite ich keine Nachrichten mehr weiter.

Der Wahlmorgen in Alajo

Um sieben Uhr soll das Wahlbüro öffnen, eine Viertelstunde vorher stehen bereits mehrere hundert Leute Schlange. Die Wahlbüro-Mitglieder stellen ihre Tische, Stühle, die Wahlurnen und die Wahl-Boxen aus Karton auf. Um halb acht Uhr geht es schliesslich los.

Zuerst kommen Alte und Schwangere an die Reihe, dann der Rest. Gelegentlich kommt es zu kurzen und heftigen Diskussionen – doch irgendwer schlichtet immer. Vaida wartet seit ein Uhr nachts, nach der Wahl will sie wieder arbeiten gehen, deshalb stand sie früh an. Ahmed sieht die Wahl als Bürgerpflicht – danach geht er noch zur Moschee. Wer auch immer gewählt wird, Ahmed wird es akzeptieren, das sei Gottes Wille.

Ein Mann gibt vor, mit dem Chef der Wahlkommission zu telefonieren. Er beklagt sich, die Leute würden keine schöne Schlange formen, was allgemeine Heiterkeit auslöst. Später kommt tatsächlich die Polizei, wird von den Menschen hier bejubelt – und bringt Ordnung in eine der beiden Schlangen.

Agathas Laden

Containershops stehen in Ghanas Hauptstadt an jeder Strassenecke.

Jeden Tag steht Agatha vor ihrem Container. Und jeden Tag fahre ich mit dem Velo daran vorbei. Fein säuberlich aufgereiht sind Konserven, Getränke, Waschmittel und vieles mehr. Reich wird sie damit nicht. Agathas halbjährige Tochter schläft derweil hinter dem Tresen. „Agathas Laden“ weiterlesen