In und um Kumasis Markt

Ein Besuch auf dem riesigen Kejetia-Markt.

Kumasi ist die zweitgrösste Stadt Ghanas und aufgrund ihrer zentralen Lage die wichtigste Handelsstadt. Im Herzen der Stadt befindet sich der Kejetia-Markt – angeblich der grösste ungedeckte Markt Westafrikas.

Einige Bilder aus Kumasi gibts hier.

Die Sendung «Atlas» begleitet eine Trägerin im Markt, besucht ein Ashanti-Festival und eine Autowerkstatt, wo aus Wracks fahrtüchtige Wagen zusammengesetzt werden.

Diese Beiträge produzierte ich für die Sendung «Atlas» von DRS 2 vom 15. Mai 2011. «Atlas» ist ein Magazin über Menschen, Landschaften und Musik.

Wenig Geld für schwere Last

Junge Frauen sorgen für den Transport im Markt von Kumasi.

In der Handelsstadt Kumasi im Herzen Accras werden täglich tausende Tonnen Waren bewegt. Dafür sind in erster Linie Menschen aus dem Norden Ghanas zuständig. Junge Männer stossen Wagen mit Kisten durch die Menge, ihre Kolleginen tragen die Ware auf dem Kopf.

Für diese Frauen gibt es sogar eine eigene Berufsbezeichnung: Kayayei – Waren-Frauen. Es ist eine schlecht bezahlte Arbeit. Für wenige Rappen tragen junge Mädchen und Frauen die Einkäufe vom Laden zum Bus.

Für die Sendung «Atlas» von DRS 2 über die Marktstadt Kumasi habe ich die Kayayoo Rahida begleitet.

Das ist eine Kurzversion – den ganzen Beitrag und drei weitere sendet DRS 2 in «Atlas»  am Sonntag, 15. Mai 2011 um 18 Uhr.

Giftige Ware aus dem Westen

Wie Elektroschrott in Ghana ungesund entsorgt wird.

Elektrogeräte, die ihren Dienst getan haben, landen oft in Entwicklungsländern, zum Beispiel in Ghana. Hier können die Menschen zwar mit dem Elektroschrott Geld verdienen und günstig TV schauen, doch die Entsorgung bereits defekter Ware schadet Mensch und Umwelt – im Bild ein brennender Kühlschrank am Ufer der Lagune.

Ich habe den Schrottplatz von Agbogbloshie in Accra besucht, wo Knaben Bündel von Elektrokabeln verbrennen. Und ich war in der Hafenstadt Tema, wo gebrauchte Elektronik ankommt.

Dieser Beitrag lief am 10. Mai auf DRS 4 News. Der Sender brachte dazu weitere Gespräche mit Experten.

Robert will wieder weg

Porträt eines Libyen-Rückkehrers in Ghana.

Europa stöhnt über die Flüchtlinge, die aus Libyen kommen. Doch dabei geht vergessen, dass hunderttausende in ihre Heimat zurückkehren, etwa die Gastarbeiter aus Westafrika. Die Regierung von Ghana hat für über 18’000 Ghanaer die Rückreise in die Heimat organisiert. Das sind fast doppelt soviele, wie ursprünglich geschätzt, viele waren illegal im Land. Einer der Rückkehrer ist der 32jährige Robert.

Dieser Beitrag lief am 9. Mai 2011 in der Informationssendung Rendez-Vous im Schweizer Radio DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle.

Rooney und der Lastwagen

Ein Fussballabend mit Grossleinwand.

Ghanaer sind fussballbegeistert, besonders englischer Fussball hat es ihnen angetan. Kaum einer, der nicht Fan ist von Chelsea oder einem anderen englischen Grossklub. Wenn also in der Champions League Chelsea auf Manchester United trifft, ist das ein Grossereignis. In der Marktstadt Kumasi trafen sich gestern gut 500 Fussballfans auf der Kreuzung vor dem Imbiss «Dimlite» zum Duell.

Die besten Szenen des Spiels sind im folgenden Tondokument zusammengefasst.

* Tor von Rooney!
* Misslungene Flanke von Essien.
* Chance für Chelsea mit anschl. kurzem Bildausfall.
* Pause. Ein Lastwagen will vorbeifahren.
* Grosse Verwirrung: Auf der Leinwand sieht die 0 bei Chelsea plötzlich aus wie eine 1.
* Rooney schiesst ein Offsidetor.
* Manchester-Fans gratulieren mir.

Unauffällige Aufnahmen inmitten von Menschen mache ich gerne mit meinem Originalkopf-Mikrofon. Das Mikro sieht aus wie ein Kopfhörer, zwei Knöpfe in den Ohren zeichnen die Umgebung genau so auf, wie auch ich sie wahrnehme. Mein Rekorder, wenn auch ebenfalls klein und unauffällig, erregt hier immer wieder Misstrauen. Oder jemand will sein Handy gegen mein cooleres «Handy» tauschen…

Reise ins Ungewisse (Extended Version)

Die Kämpfe in der Elfenbeinküste vertreiben die Menschen.

Hunderttausende seien auf der Flucht – im Land und in den Nachbarländern – meldet die UNO. Auch für den Deutschlandfunk habe ich eine Variante meiner Reportage aus der ghanaischen Grenzstadt Elubo gemacht.

 

Deutschlandfunk, 19.3.2011.

Der Beitrag ist zwei Minuten länger als jener für DRS 4 News. Die Zahlen sind aktualisiert und die Menschen kommen länger zu Wort. Zudem sind die O-Töne diesmal übersprochen (Overvoice) und ich versuche mich in etwas deutscherem Deutsch. Alles in allem eine Heidenbüetz – und wegen den Ereignissen in Japan und Libyen wurde er x Mal verschoben.

Reise ins Ungewisse

Menschen fliehen vor der Gewalt in der Elfenbeinküste.

Die politische Pattsituation und die Kämpfe in der Elfenbeinküste beeinträchtigen das Leben der Menschen. Hunderttausende sind auf der Flucht – im Land und in den Nachbarländern – meldet die UNO.

In der ghanaischen Grenzstadt Elubo habe ich mit Leuten gesprochen, deren Leben auf den Kopf gestellt wird. Ivorer, die nicht wissen, wann sie wieder heim können. Und Immigranten aus westafrikanischen Ländern, welche die Elfenbeinküste verlassen.

 

Der Beitrag lief am 14. März 2011 auf DRS 4 News, Schweizer Radio und Fernsehen SRF.

Ich war drei Tage zuvor aufs Geratwohl an die Grenze gereist, nachdem eine lokale Radiostation 300 Flüchtlinge pro Tag gemeldet hatte. Diese Zahl konnte ich nicht nachvollziehen – ich zählte an einem Tag 15 Reisecars – also 1200 Menschen. Nicht alle flüchten – sie haben so unterschiedliche Geschichten, dass es praktisch unmöglich ist, genaue Angaben zu machen. Wer ist Flüchtling? Wer will Asyl? Wer reist nach Hause? Wer geht zu Verwandten? Wer reist bald wieder zurück? Doch genau diese persönlichen Geschichten der Menschen fand ich interessant und eindrücklich.

Hymnisches Erwachen

Jeden Morgen um halb acht wird neben unserem Schlafzimmerfenster die Nationalhymne Ghanas gesungen. Die Schülerinnen und Schüler der Noree-Tagesschule stellen sich dazu im Hof auf. Alle tragen die Schuluniform: karierte Hemden und violette Hosen oder Jupes.

 

Die Mauern des Schulhofes sind ebenfalls violett und bemalt mit Tieren, Pflanzen, Buchstaben und Zahlen. An einer Wand stehen die Regeln der Schule geschrieben. Erste Regel: Kinder sollen ihren Lehrern gehorchen. Nach dem Singen und Beten gehen die Kinder in ihre Klassen, und wir sind wach.