Südsudans verlorene Kinder misstrauen dem Frieden

Die südsudanesischen Bürgerkriegsparteien teilen die Macht unter sich auf. Ob das Abkommen hält, muss sich erst weisen.

Die Alten müssen weg. Das fordert Peter Biar Ajak. Der 34-jährige Südsudanese hat in Harvard und Cambridge studiert und lebt in Kenya. Ajak ruft zum Abgang der alten Politikerelite des Südsudans von Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar auf. Die Generation des Unabhängigkeitskrieges vom Sudan habe ausgedient. Nur jüngere Kräfte könnten dem Land endlich Frieden bringen, verkündete Ajak unlängst im kenianischen Fernsehsender NTV.

Diese These war aus Sicht der südsudanesischen Regierung wohl etwas zu provokativ. Vergangenen Mittwoch wurde Ajak bei seiner Ankunft am Flughafen der Hauptstadt Juba festgenommen. Eine Anklage gibt es bis anhin nicht. Es kommt immer wieder vor, dass Menschen im Südsudan ohne Verfahren weggesperrt werden.

Machar, Kiir und weitere südsudanesiche Politiker unterzeichnen das Abkommen. (via @KagutaMuseveni)

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Wie Politiker für sicheren Drogenhandel an Afrikas Heroinküste sorgen

Der Heroinhandel in Ostafrika nimmt zu. Oft sind Politiker involviert. Das unterminiert die fragilen Demokratien.

Ein Jahr reift der Cabernet Sauvignon des südafrikanischen Weinguts Eerste Hoop in Eichenfässern aus. Dann wird er in Flaschen abgefüllt, eingepackt und nach Europa verschifft. Doch nicht immer befindet sich in den Transportkartons Rotwein. Arbeitern des Weinguts fiel beim Beladen eines Containers eine Palette mit Ziel Niederlande auf, die sich gefährlich neigte. In den Kartons entdeckten sie Packungen mit weissem Pulver: eine Tonne Heroin, der grösste Drogenfund Südafrikas. Wer dahintersteckt, ist heute, ein Jahr später, noch immer unklar.

Dhaus ankern vor Mombasa.

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Kenias Schnellzug in die Zukunft

China hat Kenia eine neue Eisenbahn gebaut. Fraglich ist, ob das ostafrikanische Land den Kredit zurückzahlen kann.

Eine Folklore-Truppe beobachtet die Zugseinfahrt beim einjährigen Jubiläum.

Anmutig steht die junge Frau da in ihrem schwarz-gelb-roten Kleid. Die Beine hat sie geschlossen, die Füsse gespreizt. Ihre Finger kommen vor dem Bauch zusammen. Vor und hinter ihr weitere Frauen in derselben grazilen Haltung. Wie von unsichtbarer Hand geführt drehen sie sich synchron und machen einige Schritte nach vorn. Eine erneute Drehung, dann schliessen sich die Waggontüren, und der Madaraka-Express rollt los Richtung Mombasa. „Kenias Schnellzug in die Zukunft“ weiterlesen

Der Golfkonflikt zerreisst Somalia

Die Emirate und Katar exportieren ihren Streit nach Somalia. Das vergrössert die Gräben im ostafrikanischen Land.

James Bond lässt grüssen: Ein Flugzeug aus Abu Dhabi bringt drei Koffer nach Somalia. Der Botschafter der Emirate will die fraglichen Gepäckstücke nicht scannen lassen am Ausgang des Flughafens – er bringt die Koffer zurück zum Flugzeug. Doch die Somalier ziehen ihre Waffen und konfiszieren die Koffer. Darin finden sie Bargeld im Wert von rund zehn Millionen Franken.

Diese Szene vom April zeigt das zerrüttete Verhältnis zwischen Somalia und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Somalia behauptete, das Geld hätte dazu gedient, den Staat zu unterminieren. Laut den Emiraten hingegen sollten damit die Löhne von somalischen Soldaten bezahlt werden. Welche Version stimmt, ist unklar. „Der Golfkonflikt zerreisst Somalia“ weiterlesen

Burundis ewiger Präsident und die traurigen Journalisten im Exil

Burundi stimmt diesen Donnerstag über ein Verfassungsreferendum ab. Ein Ja würde dem Machthaber Nkurunziza erlauben, weitere 16 Jahre im Amt zu bleiben – bis 2034. Die Medien schauen derweil grösstenteils aus dem Ausland zu

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Nkurunziza mit Frau und den Obamas 2014.

Burundis unabhängigste Radiostation sendet aus dem Nachbarland Rwanda. Jeden Morgen trifft sich Alexandre Niyungeko mit seiner Redaktion in einer Vierzimmerwohnung in der Hauptstadt Kigali. Der Hüne Niyungeko ist der Chef von Radio Inzamba. Das Studio befindet sich in einer Abstellkammer, die mit dunklen Tüchern isoliert ist. Das Wohnzimmer dient als Grossraumbüro für die 20 Journalisten. „Burundis ewiger Präsident und die traurigen Journalisten im Exil“ weiterlesen

Cambridge Analytica in Kenia – oder wie heikel politische PR in Afrika ist

Afrikas Herrscher greifen gerne auf westliche Kommunikationsberater zurück. Deren Tun kann dort aber andere Folgen haben als im Westen.

Die Aussagen bergen Zündstoff: «Wir haben das Parteiprogramm geschrieben, Forschung und Analysen gemacht. Wir schrieben alle Reden und haben die ganze Sache inszeniert.» Geht es nach Mark Turnbull, Geschäftsführer von Cambridge Analytica, hat die Firma quasi im Alleingang eine Partei durch die Wahlen geführt. Zumindest sagte er das vor den versteckten Kameras des britischen Channel 4. Zudem sei die Partei mit neuem Namen und Logo versehen worden.

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