Zeit für Ellen?

Ellen Johnson-Sirleaf will wiedergewählt werden. Doch da ist noch die Verfassung…

Die Präsidentin ist klein, trägt ein weisses Polo-Shirt und einen grünen Sonnenhut. «We will win-oh!», ruft sie in die Menge. Man werde den Gegnern das Herz brechen.

An der Wahlkampfveranstaltung im Stadion gibt sich Ellen Johnson-Sirleaf siegessicher. Sie hat auch das grösste Budget aller Präsidentschafts-Kandidaten. Die Opposition beklagt sich über die vielen T-Shirts und Mützen, welche die regierende Union-Party gratis verteilt.

Doch noch ist nicht sicher, ob die Präsidentin an den Wahlen vom 11. Oktober überhaupt teilnehmen darf. In der liberianischen Verfassung steht nämlich geschrieben, dass eine Kandidatin die vergangenen zehn Jahre im Land gelebt haben muss. Ellen Johnson-Sirleaf kam erst vor acht Jahren zurück. Trotzdem hatte die Wahlkommission alle Kandidaten zugelassen, auch jene, die diesen Verfassungsartikel nicht erfüllten.

Es kam wie es kommen musste: eine Partei zog die Sache vor Gericht. Je nachdem, wie dieses die Verfassung auslegt, kann die Präsidentin nicht mehr antreten. Damit rechnet derzeit aber eigentlich niemand.

Sie fragen sich, wie Ellen denn vor 6 Jahren gewählt werden konnte? Da war dieser Artikel ausser Kraft.

Bilder vom Wahlkampf gibt’s hier.

NACHTRAG: Natürlich war die Verfassung schlussendlich kein Problem. Das Gericht hat kurz vor den Wahlen entschieden, dass der entsprechende Artikel auch diesmal nicht gilt.

Ellen – Engel oder Teufel?

Ellen Johnson-Sirleaf kämpft um ihre Wiederwahl.

In Liberia will die erste demokratisch gewählte Präsidentin Afrikas wiedergewählt werden.

Die Präsidentin von nah.

Johnson Sirleaf ist international hoch angesehen. Sie hat es geschafft, Liberia, das während 14 Jahren von Bürgerkriegen erschüttert wurde, in den letzten sechs Jahren friedlich und auf leichtem Wachstumskurs zu halten.

Doch trotz dieser Leistung: Die Wiederwahl von Ellen Johnson-Sirleaf ist alles andere als sicher. Die Opposition wirft der Präsidentin vor, sie spalte das Land. Ein Besuch bei Ellens Wahlkampfveranstaltung und bei einer Oppositionspartei.

Dieser Beitrag wurde am 28. September 2011 im «Echo der Zeit» von Schweizer Radio DRS (SRF? who cares…) gespielt. Die «Rede» der Präsidentin bestand aus immer denselben wiederholten Phrasen. Der Anlass wirkte sehr unorganisiert und improvisiert. Immerhin hatten zahlreiche Ellen-AnhängerInnen beschlossen, in der Hitze nicht ins Stadion zu gehen, so dass es kein grosses Gedränge wurde. Glücklicherweise hatte ich eine grosse Flasche Wasser mit mir. Die Fotos des Anlasses gibts hier…

Muss Sodom und Gomorrha weichen?

Slum-Bewohner organisieren sich.


Sodom und Gomorrha. So nennen Politiker in Ghana den Slum Old Fadama. Weil Verbrechen und Vergewaltigungen an der Tagesordnung seien. Seit 2002 will die Stadt den Slum deshalb weghaben. An einer Medienkonferenz 2009 tönte das so:

Der Schluss sei klar: Sodom und Gomorra müsse weichen, so die Politik. Doch die Bewohner des Slums in der Hauptstadt Accra wehren sich. Unter anderem, indem sie sparen. Die Reportage aus dem Slum:

Beitrag für DRS 4 News. Im Beitrag wird ein anderer Aspekt beleuchtet als im Text fürs Amnesty-Magazin, jedoch mit derselben Hauptperson (Rabi).

Wohnen auf wackligem Grund

Die Behörden sehen Old Fadama als Schandfleck und Sicherheitsrisiko. Sie wollen den Slum in Accra räumen lassen. Die Bewohnerinnen und Bewohner blicken in eine unsichere Zukunft.

Zwei Schafe stossen den Deckel eines Kochtopfs zur Seite und naschen von den aufgesetzten Bohnen. Die Köchin kommt angerannt und vertreibt das Vieh. Sie kocht auf Holzkohle, am Rand einer Lehmstrasse im Slum Old Fadama, in Ghanas Hauptstadt Accra.

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Heilige Jungfrau verspricht bessere Zukunft

Die Hälfte aller Ivorer hofft auf eine Rückkehr Gbagbos.

Bei meinem Aufenthalt in Yopougon, einem Stadtteil Abidjans, wurde ich immer wieder darauf hingewiesen, dass der ehemalige Präsident Laurent Gbagbo bald wieder an die Macht zurückkehren werde. Natürlich wünschte sich niemand hier einen weiteren bewaffneten Konflikt. Doch die Hinweise darauf waren eindeutig.

Nicht nur hatte ein lokaler Prophet die Wiederkehr Gbagbos angekündigt, es gab auch weitere Zeichen. So war offenbar im April die Jungfrau Maria in der Sonne erschienen, was viele Leute bestätigten. Leider war niemand im Besitz des Handyvideos. Immerhin zeigte man mir ein Bild von Wolken, die wie Gottes Hände aussehen. Erstaunlich. Leider ist das eine ältere Fälschung.

Noël, mein Begleiter, wollte mich mehrfach überzeugen, dass ich doch über diese Indizien berichten solle. Wenn dann Gbagbo zurück an die Macht kommen würde, sei ich berühmt. Ich verzichtete aber darauf. Mein Beitrag über die Lage in Yopougon und Abidjan musste ohne heilige Zeichen auskommen.

Das Video mit der Marienerscheinung ist übrigens bisher noch ohne schlüssige Erklärung. Kommt Gbagbo also doch zurück?

Dieser Beitrag wurdem am 21. Juli 2011 im Deutschlandfunk gesendet. Er ist quasi die Langversion des Beitrages fürs Schweizer Radio. Die Leute durften etwas ausführlicher zu Wort kommen, auch ein ehemaliger Rebell und ein UNO-Sprecher sind nun mit an Bord.

Angst in Abidjan

zerschossene fensterscheiben in abidjans geschäftsviertelin abidjan ist auch nach dem konflikt alles andere als alltag.

Der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, wurde vor drei Monaten festgenommen, weil er sich weigerte, zurückzutreten. Seit Mai ist der neue Präsident Alassane Ouattara an der Macht – und es ist wieder ruhig geworden um das Land in Westafrika.

Doch viele Probleme sind ungelöst. Gelingt es Präsident Ouattara, die Elfenbeinküste in eine friedliche Zukunft zu führen?

der beitrag war geplant für heute morgen auf drs 1, lief dann aber aufgrund unwetters auf drs4news am 11.7.2011. derzeit bin ich noch an einer langversion für den deutschlandfunk.

über eine stunde lang hatte ich versucht, diesen beitrag im internetcafe im quartier yopougon hochzuladen. schliesslich gab ich auf, und fuhr ins hotel pullman. dort kostet die halbe stunde internet 4 franken. sie ist es immerhin wert.
grösstes übel aber ist, dass seit der reise die grossschreibetaste meines computers nicht mehr funktioniert. enter auch nicht.