Frühere Strassenkinder führen Touristen durch Nairobi

Die Stadttour Nai Nami bietet ehemaligen Strassenkindern ein festes Einkommen und Touristen ungewöhnliche Einblicke in Kenias Hauptstadt.

Nai Nami wurde mitbegründet vom Schweizer Gianmarco Marinello.

Beitrag ausgestrahlt am 15. Juni 2018 in der Sendung 10vor10 von Fernsehen SRF. In Zusammenarbeit mit Pasquale Ferrara und Tim Mwaura.

 

Ghana: Vom Musterschüler zum Sorgenkind

Die ghanaische Regierung plagen Geldsorgen – sie ersucht um Hilfe beim Internationalen Währungsfonds.

Ghana galt lange als afrikanisches Erfolgsmodell. Stabil, demokratisch und auf solidem Wachstumspfad. Doch nun häufen sich wirtschaftliche Probleme, die im Alltag spürbar sind, und die Menschen gehen gegen ihre Regierung auf die Strasse.

Die strukturellen Probleme Ghanas Wirtschaft, welche ich bereits im vergangenen Jahr erwähnt hatte, schlagen nun voll durch. Ghana ist zu stark von Rohstoff-Einnahmen abhängig. Es fehlt eine Strategie, wie die Industrialisierung vorangetrieben werden könnte. Ein taugliches Mittel dazu könnte eine Kombination aus Protektionismus gegen aussen und Liberalisierung im Innern sein. Politische Stabilität alleine genügt nicht.

In meinem Beitrag habe ich zu beleuchten versucht, wie die Probleme Ghanas entstanden sind.

Dieser Beitrag wurde am 25. August in der Sendung «Echo der Zeit» von Radio SRF gespielt.

Von offenen Türen und verschlossenen Menschen

Als Journalist auf Reportage, pflege ich zu schwärmen, stehen einem Türen offen, die sonst verschlossen bleiben. Schnell stellt man Kontakte zu fremden Menschen her und erfährt sehr persönliche Dinge. Ein Traumjob. Es sei denn, es waren schon viele Journalisten da.

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Im Wald an der Grenze zur spanischen Exklave Melilla campieren hunderte Migranten und sorgen regelmässig für Schlagzeilen, wenn sie einen Ansturm auf den Dreifachzaun in Richtung Spanien unternehmen. Vom Besuch im Wald wird derzeit abgeraten, nicht bloss wegen der allgegenwärtigen Polizei, die Journalisten Probleme bereiten kann. Gefährlich werden können auch die Migranten. Vor kurzem sei ein BBC-Team mit Waffen bedroht worden, erzählt man mir. Obwohl die Journalisten Essen und Geld für die Flüchtlinge mitgebracht hatten. Viele Migranten, die unter extremsten Bedingungen im Wald leben, haben die Besuche der Medienschaffenden satt. „Von offenen Türen und verschlossenen Menschen“ weiterlesen

Ghanas grösste Hürde zum Schwellenland

Ghanas Wirtschaft brummt – zumindest erwecken die Wachstumszahlen diesen Eindruck. Doch ein Blick auf den Fastfood-Anbieter KFC zeigt: da gibt es ein Problem.


Ghana befindet sich am Übergang vom Entwicklungs- zum Schwellenland. Mit Wachstumsraten des BIP von 14.4% (2011) und 7.5% (2012/Schätzung Weltbank) liegt man global an der Spitze. Aber der Ökonom Dr. John Kwakye vom Institute of Economic Affairs in Accra warnt: «Weltbank und Währungsfonds loben Ghana, doch sie bewerten nur makroökonomischen Indikatoren, Inflation und Staatsdefizit. Das ist oberflächlich. Unser industrieller Sektor ist sehr schwach – denn wir stellen nichts her!»

 

Das bestätigt zum Beispiel ein Blick auf die Produkte des Fastfood-Restaurants KFC in Accra. Die Marke, das Fleisch, das Besteck – alles wird importiert. Zwar hat Ghana eine wachsende Industrie, die ein Viertel des Bruttoinlandproduktes ausmacht. Doch Wachstumstreiber sind die Rohstoffe – sie versorgen Ghana mit einem konstant fliessenden Strom von Devisen. Kakao, Gold und Erdöl haben zudem in den letzten Jahren von hohen Kursen profitiert.

«Sogar Zahnstocher müssen wir importieren», ereifert sich Ökonom Kwakye, «das darf doch nicht sein!»

Dieser Beitrag wurde am 13. August 2013 von SRF 4 News gesendet – im Rahmen eines Schwerpunkts «Das Kriseln der Schwellenländer». Teile davon hatte ich bereits für die Kontext-Sendung «Erfolgsmodell Ghana» verarbeitet.

Piraten: Die Gefahr im Golf von Guinea

Afrikas Westküste ist unterdessen gefährlicher als die Gewässer im Osten des Kontinents.

Lange Zeit brachte man das Thema Piraten mit Somalia in Verbindung. Doch in den letzten Jahren geriet neben dem Horn von Afrika immer mehr auch der Golf von Guinea im Westen des Landes in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: in der ersten Jahreshälfte 2013 kam es im Westen zu 30 Angriffen auf Schiffe (Tendenz leicht steigend), vor Somalia grad mal auf sieben (stark zurückgehend).

Küstenwache in Kamerun, Boot von den USA. © US Navy

Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen den Piraten von Somalia und jenen von (zumeist) Nigeria. Im Westen wollen die Piraten die Ladung der Schiffe, in Somalia ist die Taktik noch immer die Entführung der Seeleute und Lösegeld-Erpressung. Das bedeutet, dass die Piraten im Golf von Guinea ohne Rücksicht auf Verluste ziemlich brutal vorgehen können, was offenbar auch passiert (PDF). „Piraten: Die Gefahr im Golf von Guinea“ weiterlesen