Boko Haram lässt Nigeria erzittern

Wenn die Islamisten zuschlagen, ist der Staat machtlos.

Leichen in Damatura

Im Nordosten Nigerias sind bei einer ganzen Reihe von Anschlägen mindestens 100 Menschen getötet worden. Ziel der Attacken vom Freitagabend war die Polizei und Kirchen. Zum Blutbad bekannt hat sich die islamistische Sekte Boko Haram, die immer wieder mit tödlichen Attacken Schlagzeilen macht. Alle Bemühungen des nigerianischen Staates, die Islamisten zu stoppen, sind bisher fehlgeschlagen.

Unterdessen hat die US-Botschaft ihre Bürger in Nigeria gewarnt, die Luxushotels in der Hauptstadt Abuja zu meiden, da sie mögliche Ziele für die Islamisten abgeben würden.

Dieser Beitrag lief am 6. November 2011 auf allen Sendern des Schweizer Radios.

«Boko Haram» heisst in Hausa eigentlich «Falsches ist verboten». Falsches wird dabei interpretiert als «Westliches». Das führt zur medialen Übersetzung des Namens der Gruppe als «Westliche Erziehung ist verboten».

Der offizielle Name der Gruppierung ist «Jama’atu Ahlis Sunna Lidda’awati wal-Jihad» – «Leute, die sich der Verbreitung der Lehre des Propheten und des Jihad verpflichten». Das können oder wollen aber weder Journis noch Nigerianer aussprechen. Daher der Übername «Boko Haram»

Das Minendorf im Dschungel

Eisenerz-Boom in Westafrika.

Die Nachfrage nach Eisen ist gross, die Eisenpreise sind konstant hoch. Damit wird der kostspielige Abbau von Erz wieder interessant in Gebieten, in denen seit Jahren kein Eisenerz mehr geschürft worden ist. Etwa in Westafrika in den Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Der internationale Stahlkonzern ArcelorMittal hat Ende September (natürlich kurz vor den Wahlen) offiziell die erste Ladung Eisenerz aus Liberia verschifft. Dafür wurde etwa eine Eisenbahnstrecke quer durchs ganze Land wiederaufgebaut. „Das Minendorf im Dschungel“ weiterlesen

Ellen – Engel oder Teufel?

Ellen Johnson-Sirleaf kämpft um ihre Wiederwahl.

In Liberia will die erste demokratisch gewählte Präsidentin Afrikas wiedergewählt werden.

Die Präsidentin von nah.

Johnson Sirleaf ist international hoch angesehen. Sie hat es geschafft, Liberia, das während 14 Jahren von Bürgerkriegen erschüttert wurde, in den letzten sechs Jahren friedlich und auf leichtem Wachstumskurs zu halten.

Doch trotz dieser Leistung: Die Wiederwahl von Ellen Johnson-Sirleaf ist alles andere als sicher. Die Opposition wirft der Präsidentin vor, sie spalte das Land. Ein Besuch bei Ellens Wahlkampfveranstaltung und bei einer Oppositionspartei.

Dieser Beitrag wurde am 28. September 2011 im «Echo der Zeit» von Schweizer Radio DRS (SRF? who cares…) gespielt. Die «Rede» der Präsidentin bestand aus immer denselben wiederholten Phrasen. Der Anlass wirkte sehr unorganisiert und improvisiert. Immerhin hatten zahlreiche Ellen-AnhängerInnen beschlossen, in der Hitze nicht ins Stadion zu gehen, so dass es kein grosses Gedränge wurde. Glücklicherweise hatte ich eine grosse Flasche Wasser mit mir. Die Fotos des Anlasses gibts hier…

Muss Sodom und Gomorrha weichen?

Slum-Bewohner organisieren sich.


Sodom und Gomorrha. So nennen Politiker in Ghana den Slum Old Fadama. Weil Verbrechen und Vergewaltigungen an der Tagesordnung seien. Seit 2002 will die Stadt den Slum deshalb weghaben. An einer Medienkonferenz 2009 tönte das so:

Der Schluss sei klar: Sodom und Gomorra müsse weichen, so die Politik. Doch die Bewohner des Slums in der Hauptstadt Accra wehren sich. Unter anderem, indem sie sparen. Die Reportage aus dem Slum:

Beitrag für DRS 4 News. Im Beitrag wird ein anderer Aspekt beleuchtet als im Text fürs Amnesty-Magazin, jedoch mit derselben Hauptperson (Rabi).

Ringier: Websites für jeden Geschmack

Oder: Was Online mit Glacé zu tun hat.

Der Schweizer Medienkonzern Ringier nimmt sich Afrika vor. In den nächsten Jahren will Ringier in Ländern West- und Ostafrikas diverse Websites lancieren, etwa in Ghana eine Kleinanzeigen-Seite. Später sollen auch publizistische Angebote dazukommen.

Ich habe das erste Ringier-Büro in Westafrika, in Ghanas Hauptstadt Accra besucht. Hier nun noch die tönende Variante meines Reports. (Und hier der ausführlichere Text.)

Dieser Beitrag lief am 28. August 2011 im «Echo der Zeit», Schweizer Radio DRS.

Da mich Rodney Quarcoo bereits empfing, als ich quasi aus dem Taxi ausstieg, war mein Mikro noch nicht an – die Töne für den Einstieg fehlten (Glaceverkäufer/«Welcome…»). Ich besuchte Rodney dann nochmals, bloss um das «Welcome to Ringier Ghana» aufzuzeichnen. Und einen hupenden Glaceverkäufer fand ich in einem anderen Quartier…

Kalaschnikows und Sauerkraut

Ein Wirt erzählt von seinen Erlebnissen während der ivorischen Krise.

Walter Hagemann und Uli Stielike (Bild: Stefan Meisel)
Walter Hagemann (rechts)
(mitte) (links) und Uli Stielike (Bild: Stefan Meisel)

Der Deutsche Walter Hagemann führt in Abidjan ein Restaurant. Seit 30 Jahren lebt er in der Elfenbeinküste. Auch während der Kämpfe im April blieb Hagemann in der Metropole, in seiner Wohnung. Unterdessen besuchten Truppen des ehemaligen Präsidenten Gbagbo seine Wirtschaft und liessen es sich gutgehen.

Was zurückblieb, zeigte mir Hagemann auf Bildern. Er erzählte von seinen Erlebnissen während der Unruhen im Frühling 2011. Und ob er an eine Versöhnung glaubt. Ich habe Hagemann in seiner bayrischen Wirtschaft in Abidjan getroffen.

Dieser Beitrag lief am 11. Juli 2011 in einer kürzeren Version auf DRS 4 News. Rückblickend fällt mir auf, dass ich ihn wohl noch etwas sauberer hätte schneiden dürfen – ein Opfer des Zeitdrucks. Aber ein Detail.

Angst in Abidjan

zerschossene fensterscheiben in abidjans geschäftsviertelin abidjan ist auch nach dem konflikt alles andere als alltag.

Der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, wurde vor drei Monaten festgenommen, weil er sich weigerte, zurückzutreten. Seit Mai ist der neue Präsident Alassane Ouattara an der Macht – und es ist wieder ruhig geworden um das Land in Westafrika.

Doch viele Probleme sind ungelöst. Gelingt es Präsident Ouattara, die Elfenbeinküste in eine friedliche Zukunft zu führen?

der beitrag war geplant für heute morgen auf drs 1, lief dann aber aufgrund unwetters auf drs4news am 11.7.2011. derzeit bin ich noch an einer langversion für den deutschlandfunk.

über eine stunde lang hatte ich versucht, diesen beitrag im internetcafe im quartier yopougon hochzuladen. schliesslich gab ich auf, und fuhr ins hotel pullman. dort kostet die halbe stunde internet 4 franken. sie ist es immerhin wert.
grösstes übel aber ist, dass seit der reise die grossschreibetaste meines computers nicht mehr funktioniert. enter auch nicht.

Der Niger-Delta-Effekt

Wie umgehen mit dem neuen Ölreichtum in Ghana?

Ghana ist derzeit das Boom-Land Westafrikas. Die Wirtschaft wird in diesem Jahr laut «Economist» um 14 Prozent (!) wachsen. Trotzdem lebt vor allem die ländliche Bevölkerung noch immer unter der Armutsgrenze.

Ein Grund für das starke Wachstum ist: Erdöl. Seit einem halben Jahr (mein Gespräch für DRS4News) wird vor der Küste Ghanas Öl gefördert. Mit Öl ist in Afrika immer auch Korruption verbunden, Reichtum für Wenige und manchmal Gewalt – wie etwa in Nigeria, im Nigerdelta.

Was tun, damit der Segen Öl für Ghana nicht zum Fluch wird? Mein Beitrag fürs «Echo der Zeit».

Dieser Beitrag wurde am 28. Juni 2011 im «Echo der Zeit» von Schweizer Radio DRS ausgestrahlt.
Übrigens: Weil ein Computerprogramm einige Audio-Dateien komplett demolierte, musste ich die Hauptperson meines Beitrages (Ebow Haizel-Ferguson)
nochmals in Takoradi besuchen. Fünf Stunden hin, dort übernachten, 10 Minuten Interview, vier Stunden zurück. Auch die Aussagen des Fischers waren ziemlich zerstückelt – da hab ich echt gebastelt, so dass man es nun zum Glück nicht mehr merkt.