Die Mouriden: Arbeiten für Gotteslohn

Eine strenge Hierarchie macht die Bruderschaft erfolgreich.

Die muslimische Bruderschaft Muridiyya ist die politisch und wirtschaftlich  einflussreichste Gruppierung im Senegal. Wer Präsident werden will, steht besser auf gutem Fuss mit den Mouriden.

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Schweizer sind die Besten

In Benin bevorzugt man alte Autos aus der Schweiz.

Auf dem Parkplatz AutoDeal in Cotonou stehen Autos, soweit das Auge reicht. 4000 sind es hier. Auf den hölzernen Plattformen sitzen die Händler im Schatten und kriegen etwas frische Luft.

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Schweizer Museum in Togo

René David will Afrika etwas zurückgeben.

Der Schweizer René David handelt seit einem halben Jahrhundert mit Kunst aus Afrika. Sein Museum in Lomé zeigt eindrückliche und witzige Stücke. So findet sich etwa ein mit Perlen verzierter Menschenschädel aus Nigeria. Die ältesten Lehmfiguren sind über 2000 Jahre alt.

René David

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Benin: Paradies für Piraten?

Piraten vor der Küste Afrikas verortet man normalerweise im Osten, um Somalia. Doch an der Westküste des Kontinents mehren sich Angriffe auf Schiffe. Besonders in Benin – das Land droht zur Piratenhochburg zu werden.

Der Hafen von Cotonou dient vielen Zwecken: Frauen zerteilen und verkaufen frische Fische, auf hoher See von den Fischern in ihren urtümlichen Holzbooten gefangen, die gleich daneben angelegt haben. Moderne Kräne heben Container von Frachtschiffen. Auch die Marine hat ihre Basis hier.

Der Hafen ist Benins Lebensader – mehr als die Hälfte des Staatseinkommens stammt direkt oder indirekt aus Aktivitäten am Hafen. Aus seinem Büro blickt Clément Godonou direkt auf die Containerberge, er leitet den beninischen Zweig der italienischen Reederei Grimaldi. Und Godonou lobt den heimischen Hafen: «Captain, Sie kommen ins Paradies!», sage er den Schiffsführern seiner Reederei jeweils, wenn diese sich nach dem Zustand des Hafens erkundigten.

Doch das Paradies ist in Gefahr – Piraten haben sich breitgemacht. Vor Benins Küste kam es in diesem Jahr bereits zu rund 20 Angriffen. Die Zahl der nicht gemeldeten Piratenzwischenfälle wird auf nochmals so hoch geschätzt. Unterdessen wurden die Gewässer vor Benin als Hochrisikozone deklariert – das lässt die Versicherungsprämien in die Höhe schiessen.

Die Piraten greifen hauptsächlich Öltanker an. Kann sich die Mannschaft nicht rechtzeitig im Maschinenraum verschanzen, wird sie gezwungen, den Tanker in unbekannte Gewässer zu fahren. Dort wird das Öl auf ein Schiff der Piraten gepumpt, die Wertsachen der Crew werden geklaut und der Tanker wird wieder freigelassen. Das gestohlene Erdöl wird oft illegal weiterverarbeitet. Das hat Folgen für die Umwelt und die Sicherheit der Region. «Wo es Erdöl hat, gibt es immer Krach», sagt Clément Godonou schulterzuckend. Seine Reederei verfügt über keine Tankschiffe, doch die Piratenangriffe zwingen auch Grimaldi, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen.

Benins Marine besitzt vier Boote, sie liegen im Hafen vertäut. Zwei ältere, Geschenke von China, sind derzeit nicht seetauglich. Die beiden neuen haben die USA kürzlich gestiftet; die Defender-Boote haben eine Länge von etwa acht Metern. Wir unternehmen eine kleine Rundfahrt. Kaum hat das Boot den Hafen verlassen, wird es von den Wellen hin- und hergeworfen. Die Besatzung besteht aus vier Mann – so macht Benin Jagd auf Piraten.


Die Flotte von Benins Marine. Im Vordergrund: defektes chinesisches Boot, dahinter die beiden funktionierenden Boote aus den USA.

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Piraten greifen Tanker an

Nigerianische Piraten machen den Golf von Guinea unsicher.

Westafrika droht zu einem Piraten-Hotspot zu werden. In diesem Jahr ist die Region hinter Somalia/Golf von Aden und Indonesien am drittmeisten von Piraterie betroffen. Es sind nigerianische Piraten, ausgerüstet mit schnellen Booten, die Tanker entführen und die Ladung stehlen. Das war auch beim Tanker «Halifax» so, welcher Ende Oktober auf dem Weg von Benin nach Nigeria entführt wurde.

Bild: Andreas Spörri
(Archivbild: Andreas Spörri)

Über die Piraterie habe ich in Benin mit dem Chef der Marine, dem Chef des Hafens von Cotonou und einem dem Schiffahrtsunternehmen Grimaldi gesprochen. Und für DRS 4 News ein Gespräch geliefert:

Dieser Beitrag lief auf DRS 4 News am 6. November 2011.

Der Tanker Halifax wurde von den Piraten kurz nach der Ausstrahlung wieder freigelassen (keine Kausalität), wie ich im Gespräch vorhergesagt hatte (keine Zauberei).

Boko Haram lässt Nigeria erzittern

Wenn die Islamisten zuschlagen, ist der Staat machtlos.

Leichen in Damatura

Im Nordosten Nigerias sind bei einer ganzen Reihe von Anschlägen mindestens 100 Menschen getötet worden. Ziel der Attacken vom Freitagabend war die Polizei und Kirchen. Zum Blutbad bekannt hat sich die islamistische Sekte Boko Haram, die immer wieder mit tödlichen Attacken Schlagzeilen macht. Alle Bemühungen des nigerianischen Staates, die Islamisten zu stoppen, sind bisher fehlgeschlagen.

Unterdessen hat die US-Botschaft ihre Bürger in Nigeria gewarnt, die Luxushotels in der Hauptstadt Abuja zu meiden, da sie mögliche Ziele für die Islamisten abgeben würden.

Dieser Beitrag lief am 6. November 2011 auf allen Sendern des Schweizer Radios.

«Boko Haram» heisst in Hausa eigentlich «Falsches ist verboten». Falsches wird dabei interpretiert als «Westliches». Das führt zur medialen Übersetzung des Namens der Gruppe als «Westliche Erziehung ist verboten».

Der offizielle Name der Gruppierung ist «Jama’atu Ahlis Sunna Lidda’awati wal-Jihad» – «Leute, die sich der Verbreitung der Lehre des Propheten und des Jihad verpflichten». Das können oder wollen aber weder Journis noch Nigerianer aussprechen. Daher der Übername «Boko Haram»

Das Minendorf im Dschungel

Eisenerz-Boom in Westafrika.

Die Nachfrage nach Eisen ist gross, die Eisenpreise sind konstant hoch. Damit wird der kostspielige Abbau von Erz wieder interessant in Gebieten, in denen seit Jahren kein Eisenerz mehr geschürft worden ist. Etwa in Westafrika in den Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Der internationale Stahlkonzern ArcelorMittal hat Ende September (natürlich kurz vor den Wahlen) offiziell die erste Ladung Eisenerz aus Liberia verschifft. Dafür wurde etwa eine Eisenbahnstrecke quer durchs ganze Land wiederaufgebaut. „Das Minendorf im Dschungel“ weiterlesen

Ellen – Engel oder Teufel?

Ellen Johnson-Sirleaf kämpft um ihre Wiederwahl.

In Liberia will die erste demokratisch gewählte Präsidentin Afrikas wiedergewählt werden.

Die Präsidentin von nah.

Johnson Sirleaf ist international hoch angesehen. Sie hat es geschafft, Liberia, das während 14 Jahren von Bürgerkriegen erschüttert wurde, in den letzten sechs Jahren friedlich und auf leichtem Wachstumskurs zu halten.

Doch trotz dieser Leistung: Die Wiederwahl von Ellen Johnson-Sirleaf ist alles andere als sicher. Die Opposition wirft der Präsidentin vor, sie spalte das Land. Ein Besuch bei Ellens Wahlkampfveranstaltung und bei einer Oppositionspartei.

Dieser Beitrag wurde am 28. September 2011 im «Echo der Zeit» von Schweizer Radio DRS (SRF? who cares…) gespielt. Die «Rede» der Präsidentin bestand aus immer denselben wiederholten Phrasen. Der Anlass wirkte sehr unorganisiert und improvisiert. Immerhin hatten zahlreiche Ellen-AnhängerInnen beschlossen, in der Hitze nicht ins Stadion zu gehen, so dass es kein grosses Gedränge wurde. Glücklicherweise hatte ich eine grosse Flasche Wasser mit mir. Die Fotos des Anlasses gibts hier…