Giftige Ware aus dem Westen

Wie Elektroschrott in Ghana ungesund entsorgt wird.

Elektrogeräte, die ihren Dienst getan haben, landen oft in Entwicklungsländern, zum Beispiel in Ghana. Hier können die Menschen zwar mit dem Elektroschrott Geld verdienen und günstig TV schauen, doch die Entsorgung bereits defekter Ware schadet Mensch und Umwelt – im Bild ein brennender Kühlschrank am Ufer der Lagune.

Ich habe den Schrottplatz von Agbogbloshie in Accra besucht, wo Knaben Bündel von Elektrokabeln verbrennen. Und ich war in der Hafenstadt Tema, wo gebrauchte Elektronik ankommt.

Dieser Beitrag lief am 10. Mai auf DRS 4 News. Der Sender brachte dazu weitere Gespräche mit Experten.

Der Alu-Architekt

Wie aus einem Motor ein Topf entsteht.

Immer wieder zieht Sam das T-Shirt über den Bauch hoch, um sein verschwitztes Gesicht abzuwischen. Die Jeans kleben an seinen Beinen. Vor ihm steht ein Topf auf dem Feuer, mit einer langen Kelle rührt er in der silbrigen Masse.

«Jeder Stoff hat seinen Schmelzpunkt – der von Aluminium liegt bei über 600 Grad – so kann man die Metalle voneinander trennen», erklärt Sam. Den Rohstoff findet er gleich um die Ecke, seine Bude befindet sich auf dem Schrottplatz von Agbogbloshie, einem Quartier Accras. Teile von Motoren, Heimelektronik, Getränkedosen, ein Kilo Aluminium kostet etwa einen Franken. Dann wird alles eingeschmolzen. Nicht ungefährlich, so Sam: «Besonders aufpassen muss man bei gebrauchten Spraydosen, da darf keine Spur von Gas mehr drin sein.»

„Der Alu-Architekt“ weiterlesen