Kenia macht dem Sack zu – und sagt Plastikabfällen den Kampf an

Für die Händler in Afrika sind Plastiksäcke ein Segen, für die Umwelt hingegen eine Plage. Kenia geht seit kurzem mit hohen Bussen gegen die Verwendung solcher Säcke vor.
 
Urplötzlich juckt die Mangoverkäuferin auf einem Markt in Nairobi von ihrem Hocker auf und sucht das Weite. Ihre süsse Ware – es ist Saison! – lässt die Frau zurück. Auf dem Hocker liegt eine Beige kleiner Säckchen aus Plastik. Sie werden von Beamten der Umweltschutzbehörde beschlagnahmt.
 

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Selbstbedienungsladen Staatskasse

Kenia kauft zu viele Schuhe, nutzlose Flugzeuge und versichert seinen Helikopter nicht.

Das Sündenregister des kenianischen Staates umfasst 350 Seiten. So dick ist nämlich der Bericht des Rechnungsprüfers, der die Staatsrechnung des Jahres 2015/16 unter die Lupe genommen hat. Der Bericht listet auf, wie unverfroren und fahrlässig Beamte mit dem Geld der Kenianerinnen und Kenianer umgehen.

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Äthiopien sucht einen starken Mann, der das Land mit sanfter Hand aus der Krise führt

Die Regierungspartei des Vielvölkerstaats am Horn von Afrika sucht einen neuen Staatsführer. Dieser muss eine Balance finden zwischen Öffnung und Repression. Gleichzeitig wird der Ausnahmezustand zementiert.

Das äthiopische Parlament hat den von der Regierung vor zwei Wochen verhängten Ausnahmezustand am Freitag bestätigt. Damit bleibt die Notstandsgesetzgebung zunächst für sechs Monate in Kraft. Immerhin ein Fünftel der Parlamentarier stimmte gegen die Vorlage – eine ungewöhnlich hohe Zahl im regierungstreuen Parlament. Lange Jahre erschien die Regierungspartei Ethiopian People’s Revolutionary Democratic Front (EPRDF) als homogener Block. In den letzten Monaten hat sich das geändert.

Strassenproteste und patrouillierende Sicherheitskräfte im März 2018 (via @BronwynBruton)

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Der Herbst-Heerwurm – Raupenheere fressen Afrikas Äcker leer

Ein Schädling aus Südamerika verbreitet sich auf dem afrikanischen Kontinent verheerend schnell. Nun ­engagiert sich die EU verstärkt im Kampf gegen den Eindringling.

Sein Name ist Programm: Der Heerwurm fällt in Massen über einen Acker her, hinterlässt ein Schlachtfeld und marschiert dann weiter. Die Raupe des Herbst-Heerwurmes wurde erstmals vor zwei Jahren auf dem afrikanischen Kontinent entdeckt – in Nigeria. Ursprünglich vom amerikanischen Kontinent, kommt der Schädling heute praktisch in allen Ländern südlich der Sahara vor.

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Nairobis Alternativer Kulturort – das «GoDown Arts Centre»

Kenias Künstler verwalten in der Industriezone ihr eigenes Kulturzentrum – und hegen grosse Pläne.

Vor 15 Jahren öffnete an Stelle einer grosse Autowerkstatt das «GoDown Arts Centre» seine Eisentore. Am Eingang begrüsst den Besucher ein grosses Portrait der kenianischen Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o. In den Ateliers und Proberäumen wird gemalt, getanzt und Musik gemacht. 

 

Das Kunstzentrum wirkt etwas baufällig. Das soll sich jedoch ändern, wenn es nach den Künstlerinnen und Künstlern geht. Sie sammeln derzeit Geld für einen Neubau, der rund 10 Millionen Franken kosten soll. Damit würde in Nairobi das wohl grösste und aufregendste Kulturzentrum Ostafrikas entstehen.

 

 

Miguna Miguna – ein ausgewiesener Oppositioneller

Was tun mit lästigen Oppositionellen? Ausweisen! So lautet zumindest die Antwort von Kenias Regierung. Sie setzte den Politiker Miguna Miguna diese Woche kurzerhand in ein Flugzeug Richtung Kanada. Doch der Reihe nach. Eigentlich war Miguna des Hochverrats angeklagt gewesen. Der Rechtsanwalt hatte es gewagt, Ende Januar den «Amtseid» des Oppositionsführers Raila Odinga zu beglaubigen. Dieser hatte sich als «Präsident des Volkes» einschwören lassen, was dem offiziellen «Präsidenten der Republik Kenia», Uhuru Kenyatta, und seinen Getreuen sauer aufstiess. „Miguna Miguna – ein ausgewiesener Oppositioneller“ weiterlesen

Kenias Angriff auf die Pressefreiheit

Die Regierung reagiert auf die Live-Übertragung eines Oppositionsanlasses mit der Blockierung von TV-Sendern. Zudem werden Oppositionelle verhaftet. Die Hoffnung auf eine Beruhigung nach der Wahl war umsonst.

Nach getaner Arbeit entspannen sich abends viele Kenianerinnen und Kenianer vor dem Fernseher. Doch derzeit bleiben viele Bildschirme dunkel – keine Telenovelas, keine News, keine Talkshows. Der Staat hat dreien der beliebtesten Sender – Citizen TV, NTV und KTN News – die Kabel gekappt und ihre terrestrische Verbreitung gestoppt. „Kenias Angriff auf die Pressefreiheit“ weiterlesen

Wenn zwei Bullen kämpfen, leidet das Gras

Exponenten verschiedener Polit-Eliten stehen sich in Kenia unversöhnlich gegenüber. Wie das Land wieder zu einem friedlichen Alltag findet, ist offen.
 
Die Stimmung in Kenia ist angespannt. Es kommt vor, dass in einem Restaurant jemand während eines Gesprächs über Politik den Tisch wechselt, weil die Leute am Nebentisch zuhören könnten. Kindermädchen unterbrechen das Spiel mit ihren Zöglingen, um sich gegenseitig vorzuhalten, was die jeweils andere Ethnie falsch mache. Und auf dem politischen Parkett will die Opposition ihren Anführer eigenhändig zum Präsidenten einschwören, was Regierungspolitiker als Hochverrat bezeichnen.
 
 

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