Drogba feiert

Die Elfenbeinküste besiegt Benin mit 2:1.

Matchwinner war Didier Drogba mit zwei Toren. Wegen der schwierigen Lage in der Elfenbeinküste fand das gestrige Spiel in Accra statt.

Weitere Bilder gibts im schönen Blog des ghanaischen Fotografen Nana Kofi Acquah.

Heisses Derby in Accra

Die Stachelschweine gewinnen das Duell der grössten Klubs Ghanas.

Fast 40’000 Zuschauerinnen und Zuschauer machten sich am Sonntag in der glühenden Nachmittagshitze auf, um die beiden Traditionsklubs «Hearts of Oak» und «Asante Kotoko» anzufeuern. Obwohl beide Teams in dieser Saison keine Chancen mehr auf den Meistertitel haben, ist das Derby einer der wichtigsten Events des Fussballjahres (Bilder hier).

Die Fans sitzen im Stadion bunt gemischt, das führt gelegentlich zu lauten Diskussionen, funktioniert aber grundsätzlich prima. Wirklich heftigen Streit gibt es aber nur um die freie Sicht aufs Spielfeld. Da wird auch schon mal mit einem Ziegenkebapspiess gedroht. Eigentlich hat es aber genügend Sitzplätze für alle.

Die Versorgung mit Getränken und Essen ist gut, es gibt Reis mit Poulet, Würstchen, Kuchen, Biscuits und natürlich Ziegenkebap. Auch Bier ist erhältlich, jedoch trinken die meisten Zuschauer Wasser – was auf der glühenden Sonnentribüne absolut empfehlenswert ist. Wegen der Hitze haben wohl auch einige Spieler die Tendenz, sich gegen Ende der Halbzeit öfters mal auf den Rasen zu legen.

Das Spiel gewann natürlich Kotoko, wie dies Spiritualist Sheikh Nakabu korrekt vorhergesagt hatte.

Reise ins Ungewisse (Extended Version)

Die Kämpfe in der Elfenbeinküste vertreiben die Menschen.

Hunderttausende seien auf der Flucht – im Land und in den Nachbarländern – meldet die UNO. Auch für den Deutschlandfunk habe ich eine Variante meiner Reportage aus der ghanaischen Grenzstadt Elubo gemacht.

 

Deutschlandfunk, 19.3.2011.

Der Beitrag ist zwei Minuten länger als jener für DRS 4 News. Die Zahlen sind aktualisiert und die Menschen kommen länger zu Wort. Zudem sind die O-Töne diesmal übersprochen (Overvoice) und ich versuche mich in etwas deutscherem Deutsch. Alles in allem eine Heidenbüetz – und wegen den Ereignissen in Japan und Libyen wurde er x Mal verschoben.

Die Weissgeldstrategie

Ich bin auch ein wandelnder Bankomat.

Fast täglich wird man als Weisser in einem Entwicklungsland mit dem Dilemma konfrontiert, dass man (zu Recht) als wohlhabend und (zu Unrecht?) als freigiebig angesehen wird. Beispiele gefällig?

a)    Ein Kind winkt, sagt «Hallo» und möchte dann Geld.

b)   Ein alter, offenbar blinder Mann wird von seinem Enkel zwischen stockenden Autokolonnen herumgeführt und bettelt.

c)    Ein Mann aus Liberia braucht dringend 7 Franken, um mit seinem Bruder ins Flüchtlingscamp zurückzukehren.

d)   Ein junger Mann aus der Elfenbeinküste, den man einige Tage zuvor an der Grenze kennengelernt hat, erzählt bei einem Treffen in Accra, dass ihm 2000 Franken (!) gestohlen wurden. Er hatte das Geld für eine Geschäftsidee zur Seite gelegt. Nun hat er kein Geld mehr und übernachtet im Busbahnhof. Einige Tage später fragt der Mann, ob man ihm nicht eine Arbeit habe – er stecke in einer verzwickten Situation…

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