Giftige Ware aus dem Westen

Wie Elektroschrott in Ghana ungesund entsorgt wird.

Elektrogeräte, die ihren Dienst getan haben, landen oft in Entwicklungsländern, zum Beispiel in Ghana. Hier können die Menschen zwar mit dem Elektroschrott Geld verdienen und günstig TV schauen, doch die Entsorgung bereits defekter Ware schadet Mensch und Umwelt – im Bild ein brennender Kühlschrank am Ufer der Lagune.

Ich habe den Schrottplatz von Agbogbloshie in Accra besucht, wo Knaben Bündel von Elektrokabeln verbrennen. Und ich war in der Hafenstadt Tema, wo gebrauchte Elektronik ankommt.

Dieser Beitrag lief am 10. Mai auf DRS 4 News. Der Sender brachte dazu weitere Gespräche mit Experten.

Robert will wieder weg

Porträt eines Libyen-Rückkehrers in Ghana.

Europa stöhnt über die Flüchtlinge, die aus Libyen kommen. Doch dabei geht vergessen, dass hunderttausende in ihre Heimat zurückkehren, etwa die Gastarbeiter aus Westafrika. Die Regierung von Ghana hat für über 18’000 Ghanaer die Rückreise in die Heimat organisiert. Das sind fast doppelt soviele, wie ursprünglich geschätzt, viele waren illegal im Land. Einer der Rückkehrer ist der 32jährige Robert.

Dieser Beitrag lief am 9. Mai 2011 in der Informationssendung Rendez-Vous im Schweizer Radio DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle.

Umweltbehördenbelästigung

Ein Interview bei der Umweltschutzagentur braucht Nerven.

Weinroter Teppich, hellgrüne Wände, geschlossene Vorhänge und hohe Zeitungsstapel auf dem Tisch – ich kenne mittlerweile jedes Detail dieses Büros. Leuchtstoffröhren und eine laute Klimaanlage machen den Raum kühl. Meine Stimmung ist auf dem Gefrierpunkt. Bereits zum vierten Mal sitze ich bei der Umweltschutzbehörde und warte.

Angefangen hatte es einige Wochen zuvor. Für einen Beitrag über Elektroschrott in Ghana wollte ich nicht (wie die meisten Medien) nur Umweltorganisationen zu Wort kommen lassen, sondern auch einen Vertreter des Staates. Ich könne am Montag vorbeikommen, sagte mir die nette Dame aus der PR-Abteilung am Telefon. „Umweltbehördenbelästigung“ weiterlesen

Schirmherren

Ein Festival zu Ehren des Ashanti-Königs und der Ahnen.

Endlich kommt der König. Eigentlich kommt er nicht, sondern wird von seinen Untertanen in einer geflochtene Sänfte getragen. Ashanti-König Otumfuo Osei Tutu II formt mit seinen Armen einen Kreis und schlägt dann mit seinen Händen gegen die Brust. Die Geste bedeutet «ihr gehört alle mir».

Natürlich ist das heute nicht mehr so. Das Ashanti-Volk wird in Ghana wird von denselben Politikern regiert wie die anderen Volksgruppen. Doch der König behält eine wichtige Funktion im Land. Wer Ghanas Präsident werden will, muss beim König vorsprechen.

Beim Akwasidae-Festival ist der König der Chef auf dem Platz. Dutzende Chiefs aus den Provinzen kommen, um ihm Tribut zu zollen. Begleitet werden sie von Trommlern, einige präsentieren ihre historischen Waffen. Und jeder Chief hat einen Schirm – je wichtiger der Mann, desto grösser der Schirm. Die Chiefs bringen dem König Geschenke mit, Geld, Schafe, Alkohol.

Beim Akwasidae-Festival werden auch die vergangenen Herrscher geehrt. Das findet jedoch nicht auf dem Platz vor dem Königspalast statt, sondern dort, wo frühere Paläste gestanden haben. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit bietet der König den Seelen der Toten eine spezielle Mahlzeit an. Die Seelen der Herrscher ziehen sich nach dem Tod in ihre Stühle zurück, so der Ashanti-Glaube.

Noch heute besitzt jeder lokale Chief einen solchen Stuhl, oft ein Hocker geschnitzt aus einem Stück Holz. Doch auch komfortablere Versionen mit Lehne und Polster kommen vor. Die lokalen Chiefs wirken heute ebenfalls nur noch beratend im politischen Leben mit. Etwa Bafou Adoko Abo II, er ist erst seit drei Monaten Chief, seinen Beruf hat er deswegen nicht aufgegeben: «Die Zeiten haben sich geändert, früher war es so, das Chiefs überhaupt nicht gearbeitet haben, sondern sich auf die Beiträge ihrer Untertanen verliessen. Wir passen uns jedoch der Gegenwart an, ich gehe täglich zur Arbeit.»

Der König hingegen arbeitet nicht. Was nicht heisst, dass er nichts zu tun hat. Aber sein Geld verdient er mit den Bodenrechten in seiner Gegend. Im Boden gibts Gold. Und so fährt der König zum Schluss des Festivals in seinem neuen Rolls Royce die wenigen Meter in den Palast zurück.

(Bilder Lemapress)