Gedanken über eine Grossstadt im Dunkeln

In Nigerias Metropole Lagos fällt oft der Strom aus – aber nicht immer.

Kaum ist man angekommen, geht im Hotelzimmer das Licht aus. Auch die Klimaanlage läuft nicht mehr. Es bleibt nichts anderes übrig, als in der Dunkelheit zu warten.

Stromausfälle gehören in Nigeria zum Alltag. Das Hotelzimmer im gehobenen Quartier Victoria Island der Millionenstadt Lagos war nicht gerade günstig, trotz abgeschabtem Teppich und bröckelndem Badezimmer. Und nun sollte eigentlich der Generator anspringen. Doch nichts geht.

Lagos, Stadt der Gegensätze.

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Südsudans verlorene Kinder misstrauen dem Frieden

Die südsudanesischen Bürgerkriegsparteien teilen die Macht unter sich auf. Ob das Abkommen hält, muss sich erst weisen.

Die Alten müssen weg. Das fordert Peter Biar Ajak. Der 34-jährige Südsudanese hat in Harvard und Cambridge studiert und lebt in Kenya. Ajak ruft zum Abgang der alten Politikerelite des Südsudans von Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar auf. Die Generation des Unabhängigkeitskrieges vom Sudan habe ausgedient. Nur jüngere Kräfte könnten dem Land endlich Frieden bringen, verkündete Ajak unlängst im kenianischen Fernsehsender NTV.

Diese These war aus Sicht der südsudanesischen Regierung wohl etwas zu provokativ. Vergangenen Mittwoch wurde Ajak bei seiner Ankunft am Flughafen der Hauptstadt Juba festgenommen. Eine Anklage gibt es bis anhin nicht. Es kommt immer wieder vor, dass Menschen im Südsudan ohne Verfahren weggesperrt werden.

Machar, Kiir und weitere südsudanesiche Politiker unterzeichnen das Abkommen. (via @KagutaMuseveni)

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Wie Politiker für sicheren Drogenhandel an Afrikas Heroinküste sorgen

Der Heroinhandel in Ostafrika nimmt zu. Oft sind Politiker involviert. Das unterminiert die fragilen Demokratien.

Ein Jahr reift der Cabernet Sauvignon des südafrikanischen Weinguts Eerste Hoop in Eichenfässern aus. Dann wird er in Flaschen abgefüllt, eingepackt und nach Europa verschifft. Doch nicht immer befindet sich in den Transportkartons Rotwein. Arbeitern des Weinguts fiel beim Beladen eines Containers eine Palette mit Ziel Niederlande auf, die sich gefährlich neigte. In den Kartons entdeckten sie Packungen mit weissem Pulver: eine Tonne Heroin, der grösste Drogenfund Südafrikas. Wer dahintersteckt, ist heute, ein Jahr später, noch immer unklar.

Dhaus ankern vor Mombasa.

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Kenias Schnellzug in die Zukunft

China hat Kenia eine neue Eisenbahn gebaut. Fraglich ist, ob das ostafrikanische Land den Kredit zurückzahlen kann.

Eine Folklore-Truppe beobachtet die Zugseinfahrt beim einjährigen Jubiläum.

Anmutig steht die junge Frau da in ihrem schwarz-gelb-roten Kleid. Die Beine hat sie geschlossen, die Füsse gespreizt. Ihre Finger kommen vor dem Bauch zusammen. Vor und hinter ihr weitere Frauen in derselben grazilen Haltung. Wie von unsichtbarer Hand geführt drehen sie sich synchron und machen einige Schritte nach vorn. Eine erneute Drehung, dann schliessen sich die Waggontüren, und der Madaraka-Express rollt los Richtung Mombasa. „Kenias Schnellzug in die Zukunft“ weiterlesen