Die Opposition Zimbabwes hofft auf mehr Mitbestimmung

In Simbabwe fordert die Opposition den Rücktritt von Präsident Mugabe. Dieser steht unter Hausarrest, zeigt sich aber nicht zu Konzessionen bereit.

Es gibt schlimmere Orte als Robert Mugabes Prunkvilla im Norden Harares, um unter Hausarrest zu stehen. Doch für den Präsidenten Simbabwes bleibt die Lage ungemütlich in seinem Palast mit dem markanten blauen Dach. Die Armee campiert im Vorgarten, ein katholischer Priester und eine Delegation der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC wollen über einen möglichen Rückzug verhandeln, und die eigene Partei scheint ihm nicht mehr wohlgesinnt.
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Die Schweiz an der Grenze zu Nordkorea

Fünf Schweizer Soldaten wohnen am Zaun zu Nordkorea. In Panmunjeom überwachen sie eine Waffenstillstand, den es faktisch nicht mehr gibt.

Im Herbst 2014 war ich zu Gast im Camp der Schweizer und Schweden. Daraus hätte ein Radiobeitrag entstehen sollen, der es leider nie auf Sendung schaffte. Impressionen von der Waffenstillstandslinie.

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Die Aufenthaltsbaracke der Schweizer. Der Zaun hinten links zeigt die Demarkationslinie, die "Grenze" zwischen Nord und Süd.

 

(Und irgendwann schaffe ich es auch wieder, dass die Bildergalerie vernünftig angezeigt wird…)

Paul Strands freundliches Ghana-Portrait

Ein Land in Aufbruchsstimmung, das sich bis heute wenig verändert hat. Das ist das Fazit meiner Führung im Fotomuseum Winterthur zu historischen Ghana-Bildern.

Als der amerikanische Fotograf Paul Strand Ghana besuchte, erlebte er gleich die Auswüchse afrikanischer Demokratie. Im Januar 1964 liess sich Ghanas erster Staatschef Kwame Nkrumah an der Urne als Präsident bestätigen und führte den Einparteienstaat ein.

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Ghana: Vom Musterschüler zum Sorgenkind

Die ghanaische Regierung plagen Geldsorgen – sie ersucht um Hilfe beim Internationalen Währungsfonds.

Ghana galt lange als afrikanisches Erfolgsmodell. Stabil, demokratisch und auf solidem Wachstumspfad. Doch nun häufen sich wirtschaftliche Probleme, die im Alltag spürbar sind, und die Menschen gehen gegen ihre Regierung auf die Strasse.

Die strukturellen Probleme Ghanas Wirtschaft, welche ich bereits im vergangenen Jahr erwähnt hatte, schlagen nun voll durch. Ghana ist zu stark von Rohstoff-Einnahmen abhängig. Es fehlt eine Strategie, wie die Industrialisierung vorangetrieben werden könnte. Ein taugliches Mittel dazu könnte eine Kombination aus Protektionismus gegen aussen und Liberalisierung im Innern sein. Politische Stabilität alleine genügt nicht.

In meinem Beitrag habe ich zu beleuchten versucht, wie die Probleme Ghanas entstanden sind.

Dieser Beitrag wurde am 25. August in der Sendung «Echo der Zeit» von Radio SRF gespielt.

Von offenen Türen und verschlossenen Menschen

Als Journalist auf Reportage, pflege ich zu schwärmen, stehen einem Türen offen, die sonst verschlossen bleiben. Schnell stellt man Kontakte zu fremden Menschen her und erfährt sehr persönliche Dinge. Ein Traumjob. Es sei denn, es waren schon viele Journalisten da.

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Im Wald an der Grenze zur spanischen Exklave Melilla campieren hunderte Migranten und sorgen regelmässig für Schlagzeilen, wenn sie einen Ansturm auf den Dreifachzaun in Richtung Spanien unternehmen. Vom Besuch im Wald wird derzeit abgeraten, nicht bloss wegen der allgegenwärtigen Polizei, die Journalisten Probleme bereiten kann. Gefährlich werden können auch die Migranten. Vor kurzem sei ein BBC-Team mit Waffen bedroht worden, erzählt man mir. Obwohl die Journalisten Essen und Geld für die Flüchtlinge mitgebracht hatten. Viele Migranten, die unter extremsten Bedingungen im Wald leben, haben die Besuche der Medienschaffenden satt. „Von offenen Türen und verschlossenen Menschen“ weiterlesen

Am Zaun von Europa

Immer wieder stürmen Migranten in Marokko die Festung Europa.

Am 1. Mai 2014 versuchten 800 Afrikaner, über den Zaun von Marokko in die spanische Enklave Melilla zu gelangen. 140 davon sollen es geschafft haben, laut der Präfektur von Melilla.* Seit Anfang Jahr haben es bereits 1400 meist junge Männer in Melilla spanisches Gebiet erreicht, das Aufnahmelager ist überfüllt. Fast jede Woche kommt es zu einem Ansturm auf den Zaun.

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Der Grenzzaun – links Marokko, rechts Spanien.

Einer, der es nicht nach Europa geschafft hat, ist Hassan, er brach sich beim Kletterversuch das Rückgrat. Ich habe den jungen Gabuner im Spital der marokkanischen Stadt Nador besucht.

Dieser Beitrag wurde am 2. Mai 2014 in der Sendung «HeuteMorgen» von Schweizer Radio SRF gesendet.

* Die spanischen Zahlen liegen tendenziell eher zu hoch als zu tief. Als ich vor einem Monat nach einem Sturm auf den Zaun mit Migranten beim Wald von Gurugu darüber sprach, lachten diese bloss über die ihrer Meinung übertriebenen Berichte aus Spanien. So viele Menschen würden im Wald derzeit gar nicht leben…