Miguna Miguna – ein ausgewiesener Oppositioneller

Was tun mit lästigen Oppositionellen? Ausweisen! So lautet zumindest die Antwort von Kenias Regierung. Sie setzte den Politiker Miguna Miguna diese Woche kurzerhand in ein Flugzeug Richtung Kanada. Doch der Reihe nach. Eigentlich war Miguna des Hochverrats angeklagt gewesen. Der Rechtsanwalt hatte es gewagt, Ende Januar den «Amtseid» des Oppositionsführers Raila Odinga zu beglaubigen. Dieser hatte sich als «Präsident des Volkes» einschwören lassen, was dem offiziellen «Präsidenten der Republik Kenia», Uhuru Kenyatta, und seinen Getreuen sauer aufstiess. „Miguna Miguna – ein ausgewiesener Oppositioneller“ weiterlesen

Kenias Angriff auf die Pressefreiheit

Die Regierung reagiert auf die Live-Übertragung eines Oppositionsanlasses mit der Blockierung von TV-Sendern. Zudem werden Oppositionelle verhaftet. Die Hoffnung auf eine Beruhigung nach der Wahl war umsonst.

Nach getaner Arbeit entspannen sich abends viele Kenianerinnen und Kenianer vor dem Fernseher. Doch derzeit bleiben viele Bildschirme dunkel – keine Telenovelas, keine News, keine Talkshows. Der Staat hat dreien der beliebtesten Sender – Citizen TV, NTV und KTN News – die Kabel gekappt und ihre terrestrische Verbreitung gestoppt. „Kenias Angriff auf die Pressefreiheit“ weiterlesen

Wenn zwei Bullen kämpfen, leidet das Gras

Exponenten verschiedener Polit-Eliten stehen sich in Kenia unversöhnlich gegenüber. Wie das Land wieder zu einem friedlichen Alltag findet, ist offen.
 
Die Stimmung in Kenia ist angespannt. Es kommt vor, dass in einem Restaurant jemand während eines Gesprächs über Politik den Tisch wechselt, weil die Leute am Nebentisch zuhören könnten. Kindermädchen unterbrechen das Spiel mit ihren Zöglingen, um sich gegenseitig vorzuhalten, was die jeweils andere Ethnie falsch mache. Und auf dem politischen Parkett will die Opposition ihren Anführer eigenhändig zum Präsidenten einschwören, was Regierungspolitiker als Hochverrat bezeichnen.
 
 

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Wieso Wahlen schlecht sind für Afrikas Wirtschaft

Wahljahre sind schlechte Jahre für die Volkswirtschaften Afrikas. In Kenia gingen die Investitionen vor dem Urnengang 2017 deutlich zurück. Doch nicht in allen Ländern schaden Wahlen der Wirtschaft.

Frühmorgens öffnet Martin Njau seinen Stand. Im Slum Kawangware in Nairobi bietet der junge Kenianer Mangos und rote Zwiebeln zum Verkauf an. Inmitten von älteren Marktfrauen ist der 25-Jährige eine Ausnahme. Ein Kleinkredit über 200 Franken war sein Startkapital. «Ich will etwas erreichen, nicht rumhängen wie viele meiner Kollegen», erklärt Njau. Doch in den letzten Monaten lief das Geschäft zäh, während der Wahlperiode hatte er kaum Kundschaft.

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Die Opposition Simbabwes hofft auf mehr Mitbestimmung

In Simbabwe fordert die Opposition den Rücktritt von Präsident Mugabe. Dieser steht unter Hausarrest, zeigt sich aber nicht zu Konzessionen bereit.

Es gibt schlimmere Orte als Robert Mugabes Prunkvilla im Norden Harares, um unter Hausarrest zu stehen. Doch für den Präsidenten Simbabwes bleibt die Lage ungemütlich in seinem Palast mit dem markanten blauen Dach. Die Armee campiert im Vorgarten, ein katholischer Priester und eine Delegation der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC wollen über einen möglichen Rückzug verhandeln, und die eigene Partei scheint ihm nicht mehr wohlgesinnt.
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Die Schweiz an der Grenze zu Nordkorea

Fünf Schweizer Soldaten wohnen am Zaun zu Nordkorea. In Panmunjeom überwachen sie eine Waffenstillstand, den es faktisch nicht mehr gibt.

Im Herbst 2014 war ich zu Gast im Camp der Schweizer und Schweden. Daraus hätte ein Radiobeitrag entstehen sollen, der es leider nie auf Sendung schaffte. Impressionen von der Waffenstillstandslinie.

Paul Strands freundliches Ghana-Portrait

Ein Land in Aufbruchsstimmung, das sich bis heute wenig verändert hat. Das ist das Fazit meiner Führung im Fotomuseum Winterthur zu historischen Ghana-Bildern.

Als der amerikanische Fotograf Paul Strand Ghana besuchte, erlebte er gleich die Auswüchse afrikanischer Demokratie. Im Januar 1964 liess sich Ghanas erster Staatschef Kwame Nkrumah an der Urne als Präsident bestätigen und führte den Einparteienstaat ein.

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Ghana: Vom Musterschüler zum Sorgenkind

Die ghanaische Regierung plagen Geldsorgen – sie ersucht um Hilfe beim Internationalen Währungsfonds.

Ghana galt lange als afrikanisches Erfolgsmodell. Stabil, demokratisch und auf solidem Wachstumspfad. Doch nun häufen sich wirtschaftliche Probleme, die im Alltag spürbar sind, und die Menschen gehen gegen ihre Regierung auf die Strasse.

Die strukturellen Probleme Ghanas Wirtschaft, welche ich bereits im vergangenen Jahr erwähnt hatte, schlagen nun voll durch. Ghana ist zu stark von Rohstoff-Einnahmen abhängig. Es fehlt eine Strategie, wie die Industrialisierung vorangetrieben werden könnte. Ein taugliches Mittel dazu könnte eine Kombination aus Protektionismus gegen aussen und Liberalisierung im Innern sein. Politische Stabilität alleine genügt nicht.

In meinem Beitrag habe ich zu beleuchten versucht, wie die Probleme Ghanas entstanden sind.

Dieser Beitrag wurde am 25. August in der Sendung «Echo der Zeit» von Radio SRF gespielt.